Internationaler Jugendtag: Sichere Räume für gesunde Jugendliche

WHO/Malin Bring

Am 12. August wird weltweit der Internationale Jugendtag begangen, in diesem Jahr zum Thema „Sichere Räume für die Jugend“. Im Rahmen dieses Tages wird auf die Notwendigkeit hingewiesen, Räume für Jugendliche zu schaffen, in denen sie sich entfalten, ausdrücken und wohlfühlen können. Bei sicheren Räumen für junge Menschen kann es sich um städtische, öffentliche oder digitale Räume handeln, sofern sie die Würde und Sicherheit der Jugendlichen wahren.

In Einklang mit der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung wird durch die Schaffung sicherer und nachhaltiger Siedlungen für junge Menschen (Ziel 11) zur Verbesserung der allgemeinen Gesundheit und des allgemeinen Wohlbefindens (Ziel 3) beigetragen. Indem dafür gesorgt wird, dass diese sicheren Räume auch inklusiv sind, werden Jugendliche außerdem befähigt, zu Frieden, globaler Entwicklung und gesellschaftlichem Zusammenhalt beizutragen (Ziel 16).

Junge Menschen in der Europäischen Region der WHO sind heute gesünder als je zuvor, doch es sind noch immer eine Reihe von Herausforderungen zu bewältigen. So weisen einige Länder in der Region zum Beispiel weltweit die höchsten Suizidraten unter Jugendlichen auf. Während dieser wichtigen Phase der Veränderung für sichere Räume zu sorgen, ist daher ein wichtiger Schritt zur Schaffung positiver Erfahrungen für Jugendliche, die diese zu einer gesunden Lebensweise animieren.

Unterstützung bietende Räume für psychisches Wohlbefinden

Rund die Hälfte aller psychischen Probleme im Erwachsenenleben haben ihren Ursprung in der Jugend oder schon davor. Die Jugend ist daher eine entscheidende Phase für die Entwicklung. Der jüngsten Studie über das Gesundheitsverhalten von Kindern im schulpflichtigen Alter (HBSC) zufolge nimmt das psychische Wohlbefinden in der Europäischen Region im Laufe des Jugendalters ab.

Mädchen schätzen ihren eigenen Gesundheitszustand schlechter ein, sind weniger zufrieden mit ihrem Leben und leiden häufiger unter gesundheitlichen Beschwerden als Jungen. 34% der 15-jährigen Mädchen in der Europäischen Region sind mehr als einmal pro Woche nervös oder fühlen sich gestresst. Bei den Jungen sind es nur 19%. Bei der Erörterung von sicheren Räumen für Jugendliche sollten geschlechtsbezogene Muster bei Selbsteinschätzungen zu Gesundheit und Wohlbefinden berücksichtigt werden.

Ein weiterer wichtiger Faktor, der zur psychischen Gesundheit von Jugendlichen beiträgt, ist die gegenseitige Unterstützung unter Jugendlichen. Ein erheblicher Teil der Sozialisierung unter Jugendlichen findet im schulischen Kontext statt. In diesem Zusammenhang gelten positive Erfahrungen als schützender Faktor gegen vielfältige Gesundheitsbeschwerden.

Zu den mit psychischen Erkrankungen verbundenen Faktoren gehören wiederum Mobbing, mangelnde Akzeptanz durch Gleichaltrige und fehlende Unterstützung durch Lehrer. Die HBSC-Studie zeigt, dass 34% der 11-jährigen Jungen und 24% der 15-jährigen Jungen in den vergangenen Monaten mindestens einmal Opfer von Mobbing waren. Bei den Mädchen sind die Werte etwas niedriger. Räume, in denen Kommunikation unter Gleichaltrigen ohne Druck und Mobbing (einschließlich Cyber-Mobbing) möglich ist, wirken sich demnach gesundheitsförderlich für Jugendliche aus.

Aktive Räume abseits riskanten Verhaltens

Unterstützende Gemeinschaften unter Gleichaltrigen sind wichtig für Jugendliche. Sie bringen jedoch auch ganz eigene Herausforderungen mit sich. Verschiedene Studien zeigen einen Zusammenhang zwischen der Zeit, die mit Freunden verbracht wird, und riskantem Verhalten wie Alkohol- und Substanzmissbrauch sowie riskantem sexuellem Verhalten.

In der Europäischen Region:

  • war einer von zehn 15-jährigen Jungen im Alter von 13 oder jünger das erste Mal betrunken, wobei die Ergebnisse in den einzelnen Ländern sehr unterschiedlich sind;
  • gaben 25% der 15-Jährigen an, bereits Geschlechtsverkehr gehabt zu haben, doch in manchen Ländern benutzen mehr als 30% keinerlei Verhütungsmittel, was eine Ansteckung mit sexuell übertragbaren Krankheiten und unerwünschte Schwangerschaften zur Folge hat.

Sichere Räume für Jugendliche sollten diese nicht nur vor Schaden schützen, sondern sie auch zu einer aktiven Lebensweise und gesundheitsförderlichen Entscheidungen animieren. Gemeinschaften, in denen Sport- und Freizeitaktivitäten angeboten werden, die speziell auf die Bedürfnisse von Jugendlichen zugeschnitten sind, können dazu beitragen, dass junge Menschen riskante Verhaltensweisen vermeiden, ihre Gesundheit und ihr Wohlbefinden verbessern und ihr volles Potenzial ausschöpfen. Dies hat Vorteile sowohl für die Jugendlichen selbst als auch für die Gesellschaft insgesamt.