Europäische Region entwirft neue Aktionspläne zur Bekämpfung von HIV/Aids und Virushepatitis

WHO/ Bente Drachmann

Auf einer Fachtagung am 4. und 5. April 2016 in Kopenhagen berieten Experten über die neuen Aktionspläne zur Bekämpfung von HIV/Aids und Virushepatitis.

Auf einer Tagung am 4. und 5. April 2016 in Kopenhagen befassten sich zwei Beratungsausschüsse mit der Ausgestaltung der neuen Aktionspläne zur Bekämpfung von HIV/Aids und Virushepatitis in der Europäischen Region im Zeitraum 2016–2021. 

Sie arbeiteten Vorschläge aus und äußerten sich zu den Zielsetzungen, Einzelzielen und Prioritäten der Europäischen Region in den beiden Aktionsplänen. Dabei wurde auch die Frage erörtert, wie sexuell übertragene Infektionen am besten in die beiden Aktionspläne sowie die Querverbindungen zwischen diesen einbezogen werden können.

Die Bedeutung dieses energischen Konsultationsprozesses wurde unterstrichen, insbesondere für den Aktionsplan zur Bekämpfung der Virushepatitis, da dies der erste derartige Plan zur Prävention und Bekämpfung der Virushepatitis in der Europäischen Region der WHO ist. Die Zielsetzung des neuen Aktionsplans HIV/Aids besteht darin, die mit dem Aktionsplan für den Zeitraum 2012–2015 initiierten Anstrengungen zu forcieren, um zusätzliche HIV-Neuinfektionen, jegliche Diskriminierung und jegliche Todesfälle aufgrund von Aids in der Region zu vermeiden. 

An den Beratungen nahmen insgesamt 52 Experten teil, die die Gesundheitsministerien, die nationalen HIV- und Hepatitis-Programme, Organisationen der Zivilgesellschaft, die Wissenschaft, Organisationen der Vereinten Nationen, die wichtigsten Partnerorganisationen sowie das Hauptbüro und Länderbüros und Kooperationszentren der WHO vertraten. 

Die Epidemien von HIV/Aids und Virushepatitis in der Europäischen Region

2015 wurde in der Europäischen Region der WHO die Rekordzahl von über 142 000 HIV-Neudiagnosen gemeldet. Die HIV-Epidemie ist vor allem durch einen Anstieg im östlichen Teil der Region bedingt, wo sich die Zahl der Neudiagnosen in den vergangenen zehn Jahren mehr als verdoppelt hat.

In der Europäischen Region leben über 13 Mio. Menschen mit einer chronischen Hepatitis-B- und über 15 Mio. mit einer chronischen Hepatitis-C-Infektion. Zwei Drittel der Infizierten leben in Osteuropa und Zentralasien. In der Europäischen Region sterben jeden Tag 400 Menschen aufgrund von Hepatitis B und C.

Nächste Schritte im Konsultationsprozess 

Zu den nächsten Schritten gehören eine öffentliche Online-Konsultation sowie Beratungen mit allen Ländern der Europäischen Region. Ihre Ergebnisse sollen wesentliche Impulse im Hinblick auf die Endfassungen der beiden Aktionspläne geben. 

Die Aktionspläne zur Bekämpfung von HIV/Aids und Virushepatitis in der Europäischen Region (2016–2021) werden der 66. Tagung des WHO-Regionalkomitees für Europa im September 2016 zur Zustimmung durch die Mitgliedstaaten vorgelegt.