Experten und Patienten treffen sich zu Erfahrungsaustausch über patientenorientierte Hepatitisbekämpfung in der Russischen Föderation

Mariya Tyagunova / Марья Тягунова

In der Russischen Föderation wächst das Bewusstsein für die Notwendigkeit einer Strategie zur Bekämpfung der Virushepatitis. Patienten und Ärzte weisen sowohl auf die hohe Krankheitslast als auch auf die Probleme beim Zugang zur Gesundheitsversorgung hin. Die WHO wirbt aktiv für Maßnahmen auf der Grundlage der globalen und der Europäischen Strategien und Aktionspläne.

Am 25. Juli 2017 hielten Patienten, Ärzte, Experten sowie Vertreter der Zivilgesellschaft und des WHO-Regionalbüros für Europa in Moskau anlässlich des Welt-Hepatitis-Tages eine Diskussion am Runden Tisch ab. Sie diskutierten darüber, wie der Aufbau von Maßnahmen zur Bekämpfung von Virushepatitis auf der Grundlage der Stimmen von Experten und Patienten zielführend gestaltet und auf die Erfordernisse der Betroffenen abgestimmt werden kann.

Enorme Krankheitslast aus der Virushepatitis

Dr. Irina Shestakova, Oberste Sachverständige für Infektionskrankheiten beim Gesundheitsministerium der Russischen Föderation, erklärte: „Etwa 16% aller Todesfälle in der Russischen Föderation im Jahr 2016 waren auf hepatitisbedingte Lebererkrankungen zurückzuführen. Das sind dreimal so viele Todesfälle wie durch den Straßenverkehr.“

Führende Kliniker und Vertreter von Patientenorganisationen präsentierten die epidemiologische Situation der Virushepatitis und erörterten Maßnahmen zu ihrer Bekämpfung. Die Diskussion befasste sich auch mit den Herausforderungen beim Zugang zu Labordiagnosen und zu modernen und hochwirksamen Behandlungsangeboten für chronische Hepatitis in dem Land.

Auf der Veranstaltung waren per Videokonferenz Vertreter der führenden internationalen Patientenorganisationen im Bereich Hepatitis – der World Hepatitis Alliance und der European Liver Patients’ Association – zugeschaltet. Sie diskutierten über den Wert einer nationalen Strategie im Hinblick auf die Gestaltung von Maßnahmen der Russischen Föderation zur Bekämpfung ihrer Hepatitis-Epidemie und auf die Verwirklichung des globalen Eliminierungsziels bis 2030.

Globales Ziel: Eliminierung der Hepatitis bis 2030

Die russische Initiative fügt sich in den globalen Rahmen und den Rahmen der Europäischen Region ein.

  • In der Globalen Strategie für das Gesundheitswesen zur Bekämpfung der Virushepatitis, die im Mai 2016 von der Weltgesundheitsversammlung angenommen wurde, wird die Eliminierung der Virushepatitis als einer Bedrohung der öffentlichen Gesundheit bis 2030 gefordert.
  • Der in demselben Jahr angenommene Aktionsplan für Maßnahmen des Gesundheitswesens gegen Virushepatitis in der Europäischen Region der WHO enthält eine Reihe vorrangiger Maßnahmen zur Verwirklichung dieser Zielsetzung in der Europäischen Region.

In ähnlicher Weise entwickeln viele andere Länder nationale Strategien oder Aktionspläne und bauen ihre Gegenmaßnahmen aus. Die WHO ist ihnen durch Entwicklung von Leitlinien und operativen Anweisungen sowie auf Wunsch durch fachliche Unterstützung behilflich.