HIV/Aids-Epidemie in Europa: Fortschritte mit Tests und Beratungsangeboten

WHO/James Hammond

Das Wissen um eine HIV-Infektion ist die Voraussetzung ihrer Behandlung und Versorgung. Tests unterstützen aber auch die Präventionsarbeit, denn sie motivieren infizierte Personen dazu, eine Weiterübertragung auf andere zu vermeiden, bzw. nicht infizierte Personen dazu, sich nicht selbst einem Infektionsrisiko auszusetzen. Schnelltests und Tests durch Selbsthilfegruppen werden gut angenommen und sind im Westen der Europäischen Region der WHO weit verbreitet, während im Osten noch Nachholbedarf besteht.

Im September wird das Regionalbüro für Europa einen Fortschrittsbericht zur Umsetzung des Europäischen Aktionsplans HIV/Aids (2012–2015) vorlegen. Bis dahin wollen wir monatlich einen konkreten Bereich des Aktionsplans ansehen, diesmal HIV-Tests und Beratungsangebote.

Fortschritte mit HIV-Tests und Beratungsangeboten

Seit 2011 werden HIV-Tests und Beratungen in den Ländern der Region zunehmend verfügbar, zugänglich und bezahlbar; dies gilt sowohl für die Gesundheitseinrichtungen als auch für Selbsthilfegruppen. Die qualitativen und ethischen Standards sind jedoch nicht in allen Ländern auf gleichem Niveau. Zwar wurden 2012 in der Region 50 Mio. Menschen auf HIV getestet, doch spiegelt dies nicht eine bessere Versorgung derjenigen wider, die sich am dringendsten testen lassen sollten. Nur 53% der stark HIV-gefährdeten Zielgruppen wurden getestet, was noch deutlich unter der für 2015 anstrebten Rate von 90% liegt. Außerdem hat es hinsichtlich früherer Diagnosen gegenüber 2010 keine Verbesserung gegeben: 50% aller Menschen mit einer neuen HIV-Diagnose werden zu spät getestet.

Das Regionalbüro unterstützt die Mitgliedstaaten in ihren Bemühungen um einen erweiterten Zugang zu frühen Tests unter besonderer Beachtung der bedürftigsten Menschen. So veröffentlichte das Regionalbüro ein Rahmenkonzept für die Ausweitung von HIV-Tests und HIV-Beratung in der Europäischen Region der WHO (2010), unterstützte die „Europäische HIV-Testwoche“ der Europäischen Union (2013), der gesamteuropäischen Initiative „HIV in Europa“ (2012–2103) und damit verbundene Konferenzen und leistete direkte fachliche Hilfe für die Mitgliedstaaten.

Fortschrittsbericht für das Regionalkomitee 2014

2011 nahm das Regionalkomitee für Europa den Europäischen Aktionsplan HIV/Aids (2012–2015) an und ersuchte die Regionaldirektorin, 2014 über dessen Umsetzung Bericht zu erstatten. Ihr Bericht an das Regionalkomitee wird Fortschritte sowie weiter bestehende Herausforderungen schildern.

“Ich engagiere mich ehrenamtlich für HIV-Tests und Beratung, weil ich ebenso leidenschaftlich für die öffentliche Gesundheit wie für die Menschenrechte eintrete. Ich möchte die Menschen erreichen und ihnen helfen.”

– Ehrenamtliches Mitglied der dänischen Aids-Stiftung