HIV/Aids-Epidemie in der Europäischen Region: sexuelle Übertragung von HIV

WHO/James Hammond

Die sexuelle Übertragung von HIV erfolgt durch heterosexuelle Kontakte sowie unter Männern mit gleichgeschlechtlichen Sexualkontakten. Bei ungeschütztem Anal- oder Vaginalverkehr erhöht sich die Gefahr einer HIV-Infektion.

Prostituierte sind für HIV/Aids besonders anfällig und im Hinblick auf Vorsorge, Tests, Behandlung, Pflege und Betreuung schwer zu erreichen. Sie sind aufgrund ihrer Arbeit oft stigmatisiert und außerdem Gewalt ausgesetzt und haben wenig Möglichkeiten, ihre Kunden zum Gebrauch von Kondomen zu veranlassen.

Fortschritte bei der Bekämpfung der sexuellen Übertragung von HIV

Zwischen 2010 und 2012 konnten 15 Länder in der Europäischen Region die sexuelle Übertragung von HIV um 5% oder mehr reduzieren. Auch wenn dies ein positiver Trend ist, so vermochten doch nur drei Länder das für 2015 gesteckte Ziel einer Verringerung um 50% auch nur annähernd zu erreichen. Die sexuelle Übertragung nahm im östlichen und mittleren Teil der Europäischen Region zu und im westlichen Teil ab.

Die typischen Übertragungswege für HIV sind innerhalb der Region von Land zu Land verschieden. Der häufigste Übertragungsweg im östlichen Teil der Region ist von injizierenden Drogenkonsumenten auf ihre Partnerinnen, im westlichen Teil ist es die Übertragung durch gleichgeschlechtliche Sexualkontakte oder Geschlechtsverkehr mit Migranten aus Ländern mit generalisierten HIV-Epidemien.

Ebenso fiel die Verwendung von Kondomen je nach Bevölkerungsgruppe sehr unterschiedlich aus; 2012 war sie unter Prostituierten am höchsten (88%), unter Männern mit gleichgeschlechtlichen Sexualkontakten niedriger (56%) und unter injizierenden Drogenkonsumenten am niedrigsten (42%).

Unterstützung der Länder der Europäischen Region durch die WHO

Das Regionalbüro unterstützt die Länder der Europäischen Region bei der Prävention der sexuellen Übertragung von HIV. Zu dieser Arbeit gehören vor allem die Übersetzung der globalen Leitlinien für die Prävention und Behandlung von HIV und anderen sexuell übertragenen Infektionen und ihre Weitergabe an einen Empfängerkreis wie Prostituierte, Männer mit gleichgeschlechtlichen Sexualkontakten und Transgender.

Fortschrittsbericht für das Regionalkomitee 2014

2011 nahm das WHO-Regionalkomitee für Europa den Europäischen Aktionsplan HIV/Aids an und ersuchte die Regionaldirektorin, ihm 2014 über dessen Umsetzung Bericht zu erstatten. In diesem Bericht werden sowohl die erzielten Fortschritte als auch die noch verbleibenden Herausforderungen geschildert.