HIV/Aids-Epidemie in der Europäischen Region: Mutter-Kind-Übertragung

Astrid Vorting

Trotz aller Fortschritte müssen wir unsere Anstrengungen zur Bewältigung der verbleibenden Herausforderungen noch vergrößern. Es gibt immer noch Schwangere in der Europäischen Region, die mit HIV leben müssen (insbesondere Drogen injizierende Frauen, Sexarbeiterinnen, Migrantinnen, Frauen in Gefängnissen und Frauen mit stark infektionsgefährdeten Partnern) und die keinen Zugang zur Geburtsvorbereitung haben oder sich zu spät für eine Beratung oder Behandlung melden.

WHO-Experte zur Prävention der Mutter-Kind-Übertragung von HIV

Von der Mutter-Kind-Übertragung wird gesprochen, wenn eine HIV-positive Frau das Virus an ihr Kind während der Schwangerschaft, der Wehen, der Geburt oder des Stillens an ihr Kind weiter gibt. Wenn nicht eingegriffen wird, liegt die Übertragungsrate in der Regel zwischen 15% und 45%. Wirksame Interventionen in der primären Gesundheitsversorgung können die Raten jedoch enorm verringern.

Fortschritte im Abbau der Mutter-Kinder-Übertragung

In der Mutter-Kind-Übertragung ist eine der Erfolgsgeschichten aus der Europäischen Region im Kampf gegen HIV/Aids der vergangenen Jahre zu verzeichnen. 2012 machte die Mutter-Kind-Übertragung zwar noch fast 1% der neu gemeldeten HIV-Infektionen aus. Doch ist die Zahl der infizierten Kinder seit 2010 in der Europäischen Region der WHO um 10% zurückgegangen. Dies ist in erster Linie auf einen Rückgang in den Ländern des Westens zurückzuführen, doch 75% der infizierten Kinder leben im Osten.

Die Länder der Europäischen Region haben den weltweit höchsten Versorgungsgrad mit antiretroviraler Therapie zur Verhinderung der Mutter-Kind-Übertragung aufzuweisen (mehr als 95% der HIV-infizierten Schwangeren wurden behandelt). Bei den Säuglingen erfolgte weitgehend eine frühzeitige HIV-Diagnose: mehr als 95% der Kinder HIV-positiver Frauen wurden binnen zwei Monaten nach Geburt getestet. 2011 wurden fast 70% aller Schwangeren auf HIV getestet, entsprechend beraten und über ihren Status aufgeklärt.

Unterstützung der Länder der Europäischen Region durch die WHO

Das Regionalbüro unterstützt die Mitgliedstaaten in der Eliminierung der Mutter-Kinder-Übertragung durch die Förderung der Anwendung der „Konsolidierten Leitlinien für die Anwendung antiretroviraler Medikamente zur Behandlung bzw. Prävention von HIV-Infektionen“, die Beobachtung der Fortschritte und das Aufzeigen von Lücken in den Aktivitäten der Länder. Es wird eine Konsultation in der Europäischen Region zur Eliminierung der Mutter-Kind-Übertragung von HIV und Syphilis durchführen.

Fortschrittsbericht wird auf dem Regionalkomitee 2014 vorgestellt

2011 nahm das WHO-Regionalkomitee für Europa den Europäischen Aktionsplan HIV/Aids an und ersuchte die Regionaldirektorin, ihm 2014 über dessen Umsetzung Bericht zu erstatten. In dem Bericht werden sowohl die erzielten Fortschritte als auch die noch verbleibenden Herausforderungen geschildert.