Infektion durch neuartiges Corona-Virus - aktuelle Lage

Am 25. September 2012 wurden der WHO keine weiteren Fälle einer akuten respiratorischen Erkrankung samt Nierenversagen infolge einer Infektion mit einem neuartigen Corona-Virus gemeldet. Die WHO untersucht weiter die zwei neulich bestätigten Fälle einer Infektion mit dem neuartigen Corona-Virus. Gestern gab die WHO eine vorläufige Falldefinition heraus, um die Länder in ihrer Arbeit zum Schutz vor einer Infektion mit dem neuartigen Virus zu unterstützen.

Die auf den bisherigen Fällen beruhende Definition nennt Kriterien dafür, welche Patienten untersucht werden sollten, wann der Fall einer Infektion wahrscheinlich vorliegt und wann ein Fall als bestätigt gelten kann. Diese Kriterien beruhen auf klinischen, epidemiologischen und labortechnischen Indikatoren.

Als die Existenz des neuartigen Corona-Virus bestätigt wurde, warnte die WHO all ihre Mitgliedstaaten gemäß den Internationalen Gesundheitsvorschriften vor dem Virus, koordinierte Maßnahmen und beriet Gesundheitsbehörden und Fachorganisationen. Die WHO weist auch auf ein Labornetzwerk hin, aus dem die Länder Fachwissen über Corona-Viren beziehen können.

Am 22. September 2012 informierte das Vereinigte Königreich die WHO über den Fall eines akuten respiratorischen Syndroms bei einer Person, die sich in Saudi-Arabien und Katar aufgehalten hatte.

Die Krankheitssymptome traten  am 3. September 2012 an einem ansonsten gesunden 49-Jährigen katarischen Bürger auf, nachdem dieser sich zuvor in Saudi-Arabien aufgehalten hatte. Am 7. September wurde er in Doha (Katar) in eine Intensivstation eingewiesen. Am 11. September wurde er per Ambulanzflugzeug in ein Krankenhaus im Vereinigten Königreich verlegt. Die Gesundheitsschutzbehörde des Vereinigten Königreichs (HPA) hat nach Labortests das Vorliegen des neuartigen Corona-Virus bestätigt.

Die Behörde verglich die Sequenzierung des aus dem 49-jährigen katarischen Bürger isolierten Virus mit einer früheren Sequenzierung eines anderen Virus durch das Medizinische Zentrum der Erasmus-Universität in den Niederlanden. Dieses Virus war vor einigen Monaten nach dem Tod eines 60-jährigen Bürger Saudi-Arabiens aus dessen Lungengewebe entnommen worden. Der Vergleich wies eine Übereinstimmung von 99,5% nach. Nur ein Nukleotid stimmte in den verglichenen Regionen nicht überein.

Das Virus unterscheidet sich zwar deutlich von dem SARS auslösenden Virus, doch angesichts der Schwere der beiden bislang bestätigten Fälle bemüht sich die WHO um dessen genauere Charakterisierung. Die internationalen Bemühungen werden in allen sechs Regionen der WHO ausgeweitet, damit eine angemessene und wirksame Reaktion unter Beteiligung des  Expertenteams der WHO und der mindestens zwölf internationalen und regionalen fachlichen Partnern, mit denen es in täglichem Kontakt steht, möglich wird.

Außerdem arbeitet die WHO, wie schon in den vergangenen Jahren, im Rahmen des Haddsch eng mit Saudi-Arabien an den Gesundheitsmaßnahmen für die Mekkapilger im kommenden Monat zusammen.