Lagebericht zum MERS-CoV: Italien meldet ersten Fall, Gesamtzahl in der Europäischen Region erhöht sich auf neun

Das italienische Gesundheitsministerium hat der WHO über das Frühwarn- und Reaktionssystem der Europäischen Union einen im Labor bestätigten Erkrankungsfall mit dem neuartigen Corona-Virus (MERS-CoV) bei einer im Land ansässigen Person gemeldet.

Bei dem Patienten handelt es sich um einen 45-jährigen Mann, der sich vor kurzem in Jordanien aufhielt. Von dort kehrte er am 25. Mai 2013 mit Husten und Ermüdungserscheinungen nach Italien zurück. Nach einer weiteren Verschlechterung seines Zustands wurde er am 28. Mai ins Krankenhaus eingeliefert. Inzwischen ist sein Zustand stabil.

Das Influenza-Referenzlabor der Region Toskana hat eine Laboruntersuchung durchgeführt, deren Ergebnis vom nationalen Influenza-Zentrum beim Istituto Superiore di Sanità bestätigt wurde.

Weltweit wurden der WHO seit September 2012 insgesamt 51 im Labor bestätigte Fälle von Infektion mit dem MERS-CoV gemeldet, darunter 30 mit tödlichem Ausgang: Neun dieser Fälle traten in Ländern der Europäischen Region der WHO auf, und vier von ihnen endeten tödlich.

Länder in der Europäischen Region mit Fällen von MERS-CoV (Zahl der Fälle und Todesfälle nach meldendem Land)   

Meldendes Land  Im Labor bestätigte Fälle  Todesfälle
Frankreich 2 (Ein Fall in Frankreich nach Einreise aus den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) behandelt) 1 (Nach Einreise aus den VAE in Frankreich verstorben)
Deutschland 2 (Beide Fälle in Deutschland behandelt, einer nach Einreise aus Katar, der andere nach Einreise aus den VAE) 1 (Nach Einreise aus den VAE in Deutschland verstorben)
Italien 1 (Ein Fall in Italien nach Einreise aus Jordanien behandelt) 0
Vereinigtes Königreich 4 (Je ein Fall im Vereinigten Königreich nach Einreise aus Katar bzw. aus Saudi-Arabien behandelt) 2 (Ein Fall nach Einreise aus Saudi-Arabien im Vereinigten Königreich verstorben)
INSGESAMT (Stand: 31. Mai 2013 nachmittags) 9
4

Das WHO-Regionalbüro für Europa stimmt die Maßnahmen zur Bekämpfung des MERS-CoV mit der Europäischen Union und dem Europäischen Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten ab. Das Regionalbüro fördert auch einen Informationsaustausch und Abstimmungsmaßnahmen zwischen den Ländern in den WHO-Regionen Europa und Östlicher Mittelmeerraum.

Aufgrund der aktuellen Lage und der verfügbaren Informationen fordert die WHO alle Mitgliedstaaten auf, ihre Surveillance-Maßnahmen in Bezug auf Fälle von schwerer akuter respiratorischer Infektion fortzusetzen und etwaige ungewöhnliche Muster sorgfältig zu untersuchen.

Die WHO rät aufgrund dieses Ereignisses nicht zu gesonderten Untersuchungen an Grenzübergangsstellen und empfiehlt derzeit auch keine Reise- bzw. Handelsbeschränkungen.