WHO will Notfallausschuss für MERS-CoV einberufen

Das Auftreten des neuartigen Corona-Virus MERS-CoV stellt für alle Länder weltweit eine beträchtliche Herausforderung dar. Am 5. Juli 2013 hat WHO-Generaldirektorin Margaret Chan angesichts der Notwendigkeit einer globalen Reaktion auf den anhaltenden Krankheitsausbruch zur Bildung eines Notfallausschusses für das neuartige Corona-Virus MERS-CoV nach Maßgabe der Internationalen Gesundheitsvorschriften (IGV) aufgerufen.

Zeitgleich mit dieser Ankündigung hielt die WHO-Regionaldirektorin für Europa, Zsuzsanna Jakab, im Rahmen der Europäischen Ministerkonferenz der WHO zum Thema Ernährung und nichtübertragbare Krankheiten im Kontext von Gesundheit 2020 in Wien eine umfassende Informationsveranstaltung für die anwesenden Gesundheitsminister zum Thema MERS-CoV ab, um sich der uneingeschränkten Unterstützung der Mitgliedstaaten aus der Europäischen Region für diese weltweite Anstrengung zu versichern. Experten der WHO für Influenza und andere Atemwegsinfektionen präsentierten einen Lagebericht über die epidemiologische Situation und skizzierten die weltweit ergriffenen Maßnahmen zum Nachweis und zur Bekämpfung der Krankheit.

Notfallausschuss zum MERS-CoV

Die Einberufung eines Notfallausschusses ist das Ergebnis einer wachsenden Besorgnis der internationalen Staatengemeinschaft angesichts des Auftretens des MERS-CoV, das bisher zu insgesamt 79 im Labor bestätigten Fällen in neun Ländern geführt hat, davon vier in Ländern der Europäischen Region der WHO (Frankreich, Deutschland, Italien, Vereinigtes Königreich). Von den gemeldeten Fällen waren 42 mit tödlichem Ausgang.

Im Notfallausschuss sind Experten aus aller Welt vertreten, die die WHO-Generaldirektorin in dieser Angelegenheit fachlich beraten. Der Ausschuss wird am 9. Juli 2013 tagen; die Ergebnisse des Zusammentreffens werden auf der Website des WHO-Hauptbüros bekannt gegeben.

Eine Mensch-zu-Mensch-Übertragung ist bisher in kleinen Clustern erfolgt, eine anhaltende Übertragung in der Bevölkerung jenseits dieser Cluster wurde dagegen nicht beobachtet. Dies würde eine wesentliche Veränderung hinsichtlich der epidemiologischen Situation und der Risikobewertung in Verbindung mit dem MERS-CoV darstellen. Die Einsetzung des Notfallausschusses wird die WHO in die Lage versetzen, kontinuierliche Beiträge und Ratschläge von außerhalb der Organisation entgegenzunehmen, sodass sie für eine etwaige Veränderung der Lage vollständig gerüstet sein wird.

Neue Lageberichte und Leitlinien

Der neueste zweiwöchige Lagebericht des WHO-Regionalbüros für Europa zum MERS-CoV, der am 9. Juli 2013 veröffentlicht wurde, enthält eine Liste von Maßnahmen, mit denen die Mitgliedstaaten ihre Kapazitäten zum Nachweis, zur Bewertung und zur Reaktion auf Erkrankungsfälle ausbauen können.

Die neueste Ergänzung der Empfehlungen im Rahmen der Reihe „Leitlinien der WHO für die Untersuchung von Erkrankungsfällen mit dem neuartigen Corona-Virus (MERS-CoV)“ wurde am 5. Juli 2013 veröffentlicht. Sie enthält einen standardisierten Ansatz, den die Gesundheitsbehörden und Ermittler auf allen Ebenen bei der Planung und Durchführung von Untersuchungen in Bezug auf bestätigte und wahrscheinliche Fälle von MERS-CoV anwenden können. Wie alle Leitlinien der WHO zu dieser Krankheit werden auch diese erforderlichenfalls im Zuge neuer Erkenntnisse zur Übertragung und Bekämpfung des MERS-CoV aktualisiert.