Weiterer Fall mit neuartigem Corona-Virus

Das Vereinigte Königreich hat die WHO darüber informiert, dass eine weitere Infektion mit dem neuartigen Corona-Virus (nCoV) bestätigt werden konnte. Dieser neue Fall betrifft eine Person, die ihren Wohnsitz im Vereinigten Königreich hat und bei der am 26. Januar 2013 erste Krankheitssymptome auftraten. Die bisherigen Untersuchungen haben ergeben, dass die betreffende Person zuvor nach Pakistan und Saudi-Arabien gereist war.

Laboranalysen der entnommenen Proben ergaben, dass Infektionen mit dem Grippevirus A(H1N1)pdm09 und mit nCoV vorlagen. Der Patient wird derzeit auf einer Intensivstation im Vereinigten Königreich behandelt.

Die Gesundheitsschutzbehörde des Vereinigten Königreichs (HPA) hat strikte Maßnahmen zur Bekämpfung der Infektion verfügt, die den Patienten und alle Personen betreffen, von denen bekannt ist, dass sie mit ihm während des Krankheitsverlauf in Kontakt gekommen sind. Der Fall wird noch weiter untersucht.

Empfehlungen der WHO

Das spontane Auftreten des nCoV ändert nichts an der aktuellen Risikobewertung der WHO, zeigt jedoch, dass es sich hierbei um ein persistentes Virus handelt. Seit dem 11. Februar 2013 wurden der WHO insgesamt zehn bestätigte Fälle einer Infektion mit nCoV gemeldet.

Die WHO rät angesichts dieses Ereignisses nicht zu gesonderten Untersuchungen an Grenzübergangsstellen und empfiehlt derzeit auch keine Reise- bzw. Handelsbeschränkungen.

Weitere Empfehlungen können Sie dem Bulletin des WHO-Hauptbüros zum neuartigen Corona-Virus entnehmen.

Hintergrund

Corona-Viren zählen zur großen Gruppe der RNA-Viren, die sowohl Menschen als auch einige Tierarten befallen. Bei Menschen können Corona-Viren eine Reihe von Erkrankungen auslösen, die von der gewöhnlichen Erkältung bis zum Schweren Akuten Respiratorischen Syndrom (SARS) reichen.

Am 22. September 2012 informierte das Vereinigte Königreich die WHO über den Fall eines akuten respiratorischen Syndroms mit Nierenversagen bei einer Person, die sich in Katar und in Saudi-Arabien aufgehalten hatte. Durch die weitere Untersuchung wurden insgesamt neun Fälle bekannt, von denen fünf tödlich endeten, und die sich seit April 2012 in Jordanien, Katar und Saudi-Arabien ereignet hatten.

Dieser Stamm des Corona-Virus war zuvor nicht an Menschen nachgewiesen worden und auch infolge seiner genetischen Sequenzierung zählt das Virus zu einer neuartigen Form des Beta-Corona-Virus, das sich von anderen bekannten Corona-Viren sowie dem Auslöser von SARS unterscheidet.

Maßnahmen der WHO

Als die Existenz des neuartigen Corona-Virus erstmalig bestätigt wurde, alarmierte die WHO unverzüglich ihre Mitgliedstaaten gemäß den Internationalen Gesundheitsvorschriften, koordinierte Maßnahmen und beriet Gesundheitsbehörden und Fachorganisationen. Die WHO verweist auch auf das Labornetzwerk, aus dem die Länder Fachwissen über Corona-Viren beziehen können.

Die WHO wird die Entwicklung weiterverfolgen und sich gemeinsam mit ihren Partnern sorgfältig für den Fall vorbereiten, dass sich das Virus als so leicht übertragbar erweisen sollte, dass es Ausbrüche in der Bevölkerung verursachen könnte.