Erster Ausbruch aviärer Influenza A(H5N8) bei Geflügel in Europa bestätigt

Deutschland, die Niederlande und das Vereinigte Königreich haben in jüngster Zeit Ausbrüche von aviärer Influenza entdeckt. Der erste Ausbruch wurde am 5. November 2014 aus einem Putenmastbetrieb in Mecklenburg-Vorpommern gemeldet. Das Virus wurde als hochpathogene aviäre Influenza A(H5N8) identifiziert. Damit wurde zum ersten Mal dieser Stamm der auch als „Vogelgrippe“ bezeichneten aviären Influenza in Europa nachgewiesen; in Asien (China, Japan und Republik Korea) dauern Ausbrüche bei Wildvögeln und Geflügel an. Bisher ist noch ungeklärt, wie das Virus nach Europa gelangt ist, doch haben in Deutschland durchgeführte Untersuchungen ergeben, dass das Virus dem gegenwärtig in Asien zirkulierenden ähnlich ist.

Der Ausbruch in den Niederlanden ereignete sich in einem Hühnerzuchtbetrieb in Hekendorp nordöstlich von Rotterdam. Das Virus wurde am 16. November 2014 als Subtyp H5N8 bestätigt. Ein darauf folgender Ausbruch in einem Entenmastbetrieb in East Yorkshire im Vereinigten Königreich wurde am 18. November als Subtyp H5N8 identifiziert. Seitdem wurde in zwei weiteren Geflügelzuchtbetrieben in den Niederlanden ein durch den hochpathogenen Subtyp H5N8 verursachter Ausbruch entdeckt.

Eine Gefahr für die Allgemeinheit?

Bisher sind keine Fälle einer Übertragung von H5N8 auf Menschen bekannt, und die Gefahr für die Allgemeinheit ist extrem gering. Dennoch ergreifen die nationalen Behörden angemessene Vorsichtsmaßnahmen, da bestimmte aviäre Influenzaviren Menschen infizieren können und andere Viren vom Typ H5 (z. B. H5N1) bereits Infektionen beim Menschen hervorgerufen haben. Das Virus vom Subtyp H5N8 in Europa ist offenbar hochpathogen, sodass es bei Geflügel mit hoher Wahrscheinlichkeit zu Erkrankung und Tod führt. Personen, die engen Kontakt mit lebenden Geflügelbeständen haben, sollten bei den Tieren auf jegliche Anzeichen von Krankheit achten und ihre Veterinäre unverzüglich benachrichtigen, wenn sie etwas Besorgnis erregendes bemerken.

Der Verzehr von ordnungsgemäß durchgebratenem Geflügelfleisch ist unbedenklich.
Was die zuständigen Behörden tun

Die Gesundheits- und Veterinärbehörden arbeiten nach Maßgabe der geltenden Leitlinien der Länder, der Europäischen Union und der WHO zusammen und haben jede angemessene Vorsichtsmaßnahme ergriffen. So wurden zur Verhinderung einer Ausbreitung der Krankheit jeweils eine Schutzzone und eine Surveillance-Zone um die betroffenen Standorte eingerichtet. Die von dem Ausbruch betroffenen Geflügelbestände werden von mit persönlicher Schutzausrüstung bekleidetem Personal gekeult. Dieses Personal sowie alle in einem Betrieb beschäftigten Personen, die möglicherweise exponiert waren, werden überwacht; außerdem wurden ihnen als Vorsorgemaßnahme Antiviralia angeboten. Ihre Kontaktpersonen werden ebenfalls für die Dauer von zehn Tagen überwacht.