Aviäre Influenza A(H5N8) breitet sich weiter in Geflügelbeständen aus

Neue Ausbrüche aus Italien, den Niederlanden und Deutschland gemeldet.

Am 16. Dezember 2014 wurde der Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE) ein Ausbruch hochpathogener aviärer Influenzaviren (HPAI-Viren) vom Subtyp A(H5N8) in einem Truthahnzuchtbetrieb im nordostitalienischen Porto Viro gemeldet. Zu diesem Zeitpunkt hatten sich über 1200 Tiere mit dem Virus infiziert und waren gestorben. Mit der Keulung wurde noch am 16. Dezember begonnen. Seitdem wurden Restriktionsgebiete eingerichtet, und es sind Bekämpfungsmaßnahmen wie Desinfektion, Keulung und Überwachung von Tierbewegungen im Gange. Nun soll durch genetische Analysen bestätigt werden, dass das Virus Ähnlichkeiten mit bei anderen Ausbrüchen in der Europäischen Region nachgewiesenen Viren aufweist.  

Ein neuer Ausbruch von HPAI H5N8 wurde in der am 15. Dezember 2014 beginnenden Woche aus einem Geflügelzuchtbetrieb in Niedersachsen gemeldet. Er hatte die Keulung der Bestände in dem Betrieb sowie in einem nahe gelegenen Putenzuchtbetrieb zur Folge. Es wurde bestätigt, dass das Virus Ähnlichkeiten mit dem bei dem Ausbruch im November nachgewiesenen Virus aufweist. 

Nach Angaben der OIE wurden inzwischen aus den Niederlanden zwei weitere Ausbrüche von HPAI H5N8 gemeldet. Seit 3. Dezember 2014 werden in den Schutz- und Überwachungszonen um den Seuchenherd verschiedene Seuchenbekämpfungsmaßnahmen durchgeführt, darunter Keulung, Desinfektion, Kontrollen für als Reservoir dienende Wildtiere und Verbringungsbeschränkungen.  

Im Vereinigten Königreich wurden seit November keine weiteren Ausbrüche des Subtyps A(H5N8) mehr gemeldet, und die Schutzzone um den damaligen Seuchenherd wurde am 12. Dezember 2014 aufgehoben. Es besteht nur noch die größere Überwachungszone weiter, in der die Maßnahmen zur Seuchenbekämpfung noch durchgeführt werden. 

Neben diesen Fällen in Geflügelbeständen in Europa wurden auch weit verbreitete Ausbrüche von HPAI H5N8 aus der Republik Korea und aus Japan gemeldet, die teilweise noch im Gange sind. In den Vereinigten Staaten von Amerika wurde HPAI H5N8 vergangene Woche bei einem in Gefangenschaft gehaltenen Vogel, jedoch nicht in Geflügelbeständen nachgewiesen. 

Eine Gefahr für die Allgemeinheit?

Bisher sind keine Fälle einer Übertragung von H5N8 auf Menschen bekannt, und die Gefahr für die Allgemeinheit ist extrem gering. Dennoch ergreifen die nationalen Behörden angemessene Vorsichtsmaßnahmen, da bestimmte aviäre Influenzaviren Menschen infizieren können und andere Viren vom Typ H5 (z. B. H5N1) bereits Infektionen beim Menschen hervorgerufen haben. Das Virus vom Subtyp H5N8 in Europa ist offenbar hochpathogen, sodass es bei Geflügel mit hoher Wahrscheinlichkeit zu Erkrankung und Tod führt. Personen, die engen Kontakt mit lebenden Geflügelbeständen haben, sollten bei den Tieren auf jegliche Anzeichen von Krankheit achten und ihre Veterinäre unverzüglich benachrichtigen, wenn sie etwas Besorgnis erregendes bemerken. Der Verzehr von ordnungsgemäß durchgebratenem Geflügelfleisch ist unbedenklich.

Was die zuständigen Behörden tun

Die Gesundheits- und Veterinärbehörden arbeiten nach Maßgabe der geltenden Leitlinien der Länder, der Europäischen Union und der WHO zusammen und haben jede angemessene Vorsichtsmaßnahme ergriffen. So wurden zur Verhinderung einer Ausbreitung der Krankheit jeweils eine Schutzzone und eine Surveillance-Zone um die betroffenen Standorte eingerichtet. Die von dem Ausbruch betroffenen Geflügelbestände werden von mit persönlicher Schutzausrüstung bekleidetem Personal gekeult. Dieses Personal sowie alle in einem Betrieb beschäftigten Personen, die möglicherweise exponiert waren, werden überwacht; außerdem wurden ihnen als Vorsorgemaßnahme Antiviralia angeboten. Ihre Kontaktpersonen werden ebenfalls für die Dauer von zehn Tagen überwacht.