Risikobewertung für die Influenzasaison 2015–2016 bestätigt, dass A(H1N1) als ein saisonales Virus zirkuliert, aber in dem Impfstoff enthalten ist

Das WHO-Regionalbüro für Europa hat heute eine Risikobewertung für die Influenzasaison 2015–2016 in der Europäischen Region der WHO abgegeben, die von Woche 40/2015 bis Woche 4/2016 reicht. Der erste Teil der Grippesaison 2015–2016 war in weiten Teilen der Europäischen Region durch einen sehr hohen Anteil von durch den Virenstamm A(H1N1)pdm09 verursachten Fällen sowie durch eine im Vergleich zu vergangenen Saisonen frühere Zunahme schwerer Fälle in einigen osteuropäischen Ländern gekennzeichnet. Da das Virus Influenza A(H1N1)pdm09 allgemein als die Ursache für die Pandemie von 2009 bekannt ist, könnte sein Nachweis in Fällen während der Saison 2015–2016 zu einer Beunruhigung der Öffentlichkeit führen. Deshalb ist es extrem wichtig, gegenüber der Öffentlichkeit klarzustellen, dass das Virus A(H1N1)pdm09 inzwischen als saisonales Influenzavirus zirkuliert und daher im Grippeimpfstoff für die laufende Saison berücksichtigt wurde.

Bisher gibt es keine Anhaltspunkte dafür, dass dieses vorherrschende Grippevirus – oder die anderen zirkulierenden Viren vom Subtyp A(H3N2) oder vom Typ B – sich antigenisch gegenüber dem im Impfstoff verwendeten Virenmaterial verändert hätten. Es gibt auch keine Hinweise auf eine verminderte Sensitivität gegenüber den Antiviralia Oseltamivir und Zanamivir.

Die Risikobewertung der WHO enthält eine Reihe von Empfehlungen:

  • Alle Mitgliedstaaten werden dazu ermutigt, eine Influenza-Surveillance durchzuführen, frühzeitig Warnungen in Bezug auf ungewöhnliche Situationen zu veröffentlichen, die Ergebnisse zwecks Veröffentlichung an den Nachrichtenbrief Flu Bulletin Europe zu übermitteln und die vorhandenen Surveillance-Systeme auszubauen.
  • Die Mitgliedstaaten sollten die Angehörigen der Gesundheitsberufe dafür sensibilisieren, dass es in der laufenden Saison wegen des hohen Anteils der Fälle, die durch das zirkulierende Influenzavirus A(H1N1)pdm09 verursacht wurden, zu mehr schweren Krankheitsverläufen bei Erwachsenen kommen könnte.
  • Die Länder sollten ihre Bevölkerung über die laufende Grippesaison informieren und ihnen Rat in Bezug auf wirksame Gesundheitsschutzmaßnahmen zur Vorbeugung gegen eine Übertragung des Virus geben, etwa Handhygiene, Hustenetiquette und Zuhausebleiben bei Krankheit. Auch wenn die Grippe gewöhnlich mit milder Symptomatik verläuft und die meisten Menschen sich schnell wieder erholen, so ist doch zu beachten, dass Personen mit schweren Atemwegsbeschwerden, die sich nicht innerhalb von 72 Stunden nach deren Einsetzen erholen, den Arzt aufsuchen sollten.
  • Behörden in Ländern mit besonders gefährdeten Bevölkerungsgruppen und Menschen, die auf der Flucht vor Krisen sind, sollten diese Gruppen speziell sensibilisieren, da sie oft einen schlechteren Zugang zur Gesundheitsversorgung haben. Gesundheitsfachkräfte sollten gezielt auf die besonderen Risiken für diese anfälligen Gruppen hingewiesen werden.
  • Die WHO empfiehlt Gesundheitspersonal und Personen, die in Bezug auf ernste Komplikationen infolge einer Grippeinfektion am stärksten gefährdet sind, sich jährlich impfen zu lassen. Zu den vorrangigen Gruppen für Impfmaßnahmen gehören: Schwangere, Personen über sechs Monate mit bestimmten chronischen Krankheiten, Senioren, Bewohner von Altenheimen und anderen Pflegeeinrichtungen, Kleinkinder (von 6 bis 59 Monaten) und Gesundheitspersonal.

Lesen Sie die vollständige Bewertung und die Empfehlungen unter dem nachstehenden Link.