WHO ruft zu erhöhter Wachsamkeit angesichts der anhaltenden Ausbreitung der aviären Influenza in Europa auf

Angesichts der anhaltenden Ausbreitung der aviären Influenza unter Vögeln in allen Teilen der Europäischen Region hat die WHO zu erhöhter Wachsamkeit und zu verstärkten Anstrengungen im Bereich der Surveillance aufgerufen, um mögliche menschliche Fälle von aviärer Influenza zu verhindern bzw. aufgetretene Fälle aufzudecken.

„Bisher wurden in den Ländern der Europäischen Region noch keine menschlichen Fälle von hochpathogener aviärer Influenza vom Subtyp A(H5N8) gemeldet, aber das bedeutet nicht, dass dies nicht möglich ist, wie wir aus Erfahrung wissen,“ erklärt Dr. Caroline Brown, Leiterin des Programms für Influenza und andere respiratorische Erreger beim WHO-Regionalbüro für Europa. „Länder, die Ausbrüche bei Vögeln gemeldet haben, müssen wachsam bleiben, da Vogelgrippeviren von Tieren auf den Menschen übertragen werden können.“

Ausbrüche von Influenza A(H5N8) bei Vögeln in Europa

Seit Juni 2016 haben mindestens 24 Länder in der Europäischen Region der WHO Ausbrüche von hochpathogener aviärer Influenza vom Subtyp A(H5N8) bei Vögeln und Geflügel gemeldet. In mindestens drei dieser Länder kam es in den letzten beiden Wochen zu Ausbrüchen. Auch aus einigen Ländern Afrikas, Asiens sowie des Nahen und Mittleren Ostens wurden Ausbrüche gemeldet.

Dies ist das zweite Mal, dass das Virus in der Europäischen Region in Verbindung mit der Herbstmigration von Wildvögeln Ausbrüche verursacht hat. Das Virus wurde erstmals 2014 bei Vögeln in Asien entdeckt, wo es auch weiterhin im Umlauf ist. Im Juni 2016 wurde das Virus bei Wasservögeln im südlichen Teil der Russischen Föderation nachgewiesen, und im September 2016 warnte die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen die Länder entlang der westeurasischen und afro-eurasischen Migrationsrouten vor dem Virus.

Wie andere hochpathogene aviäre Influenzaviren kann auch der Subtyp A(H5N8) bei Vögeln, insbesondere bei Hühnern, schwere Erkrankungen verursachen. Bisher wurden keine humanen Fälle von Erkrankung an aviärer Influenza A(H5N8) gemeldet. Doch da in der Vergangenheit ähnliche Subtypen der Influenza Erkrankungen beim Menschen hervorgerufen haben, lässt sich die Möglichkeit einer Übertragung nicht ausschließen.

Einschätzung des Risikos einer Übertragung auf den Menschen

Das Risiko einer Übertragung von Vögeln auf den Menschen ist relativ gering. Doch auch wenn noch nie humane Erkrankungsfälle infolge einer HPAI-A(H5N8)-Infektion gemeldet wurden, so gilt es dennoch, weiter die Augen offen zu halten.

Die meisten menschlichen Erkrankungsfälle aufgrund anderer aviärer Influenzaviren erfolgten nach Kontakt mit infiziertem Geflügel oder einem Aufenthalt in belasteten Bereichen wie etwa Märkten für lebendes Geflügel. In Gebieten, aus denen Ausbrüche von aviärer Influenza bei Vögeln gemeldet wurden, sind Personen, die in direkten Kontakt mit erkrankten Vögeln und Geflügel bzw. ihren Kadavern oder ihrer Umgebung kommen, potenziell gefährdet.

Empfehlungen an die Bevölkerung in Gebieten, die Ausbrüche bei Vögeln erleben

  • Vermeiden Sie jeglichen Kontakt mit Vögeln (Wildvögeln oder Geflügel) oder anderen Tieren, die erkrankt sind oder tot aufgefunden werden, und melden Sie sie den zuständigen Behörden.
  • Berühren Sie Vögel oder Kadaver nicht mit bloßen Händen. Wenn Sie mit einem Kadaver hantieren müssen, tragen Sie dazu Handschuhe oder benutzen Sie eine umgedrehte Plastiktüte, um ihn aufzuheben, und waschen Sie sich danach die Hände gründlich mit Seife oder einem geeigneten Desinfektionsmittel.
  • Halten Sie sich an wirksame Maßnahmen der Lebensmittelsicherheit und -hygiene, wie in den von der WHO erstellten „Fünf Tipps für sichereres Essen“ empfohlen, etwa das gründliche Kochen von Lebensmitteln bei ausreichend hohen Temperaturen.