Förderung von Grippeimpfungen bei älteren Menschen

Jährlich beginnt im Oktober die neue Grippesaison. Zwar weist die Influenza meist einen milden Krankheitsverlauf ohne Komplikationen auf, doch kann sie bei älteren Menschen sowie bei Schwangeren, Kleinkindern und chronisch Kranken eine schwere Erkrankung nach sich ziehen, die zu einer Krankenhauseinweisung und gelegentlich sogar zum Tod führt.

2017 unterstützt die WHO in etwa einem Dutzend Ländern der Europäischen Region der WHO Kampagnen für Grippeimpfungen.

Durchimpfung älterer Menschen gegen Influenza in der Europäischen Region nach wie vor gering

Senioren tragen in Bezug auf schwere Krankheitsverläufe und Tod ein höheres Risiko als alle anderen Altersgruppen. Auf sie entfallen über 90% aller grippebedingten Todesfälle. Sie müssen häufiger wegen einer Grippe ins Krankenhaus eingewiesen werden und erholen sich nicht so schnell von ihrer Erkrankung.

Deshalb empfiehlt die WHO den Ländern, jährlich vor Beginn der Grippesaison die Impfung von mindestens 75% der älteren Menschen anzustreben. Die meisten Länder der Europäischen Region halten sich an diese Empfehlung und bemühen sich, solche Impfraten zu erreichen. Dennoch lassen sich derzeit in der Hälfte der Länder der Region weniger als ein Drittel der älteren Menschen impfen.

Wirksame Interventionen zur Erhöhung der Durchimpfung bei älteren Menschen vorhanden

Zur Erhöhung der Durchimpfung gegen Influenza unter älteren Menschen stehen eine Reihe wirksamer Maßnahmen zur Verfügung. Dazu gehören Erinnerungen durch personalisierte Postkarten, Anrufe und Hausbesuche.

Eine Erhöhung der Durchimpfung unter älteren Menschen und anderen Risikogruppen erfordert auch ein Verständnis der Hindernisse für Impfmaßnahmen auf verschiedenen Ebenen der Gesundheitssysteme. Dies sind:

  • die individuelle Ebene (Impfempfänger);
  • die Ebene der Leistungserbringer (Gesundheitsfachkräfte, die Impfungen verabreichen); und
  • die konzeptionelle Ebene (wo die Maßnahmen entwickelt und auf die Überwindung der Barrieren ausgerichtet werden).

Manchmal kann eine Kombination aus traditionellen und eher ungewöhnlichen Lösungsansätzen zur Förderung von Grippeimpfungen beitragen, wie sich am Beispiel einer originellen Impfkampagne in dem schwedischen Bezirk Jönköping (siehe nachstehenden Link) gezeigt hat.