Ist es bloß eine „leichte Grippe“ oder sind Sie einem größeren Risiko ausgesetzt?

Task Force for Global Health/Ilya Karimdjanov

Während die Grippe für einige nur unangenehm und unerfreulich ist, haben andere ein erhöhtes Risiko, Komplikationen zu entwickeln. Für letztere Gruppe ist es daher umso wichtiger, sich jeden Winter gegen die Grippe impfen zu lassen. Die Impfung kann sie davor schützen, aufgrund einer Infektion mit den häufigsten Virussträngen zu erkranken.

Zu den Risikogruppen gehören ältere Menschen, Schwangere, kleine Kinder und Menschen mit Vorerkrankungen wie Asthma, Diabetes und Herzerkrankungen. Gesundheitsfachkräfte sind dem Virus während der Grippesaison tagtäglich ausgesetzt und sollten sich daher ebenfalls durch eine Impfung vor der Grippe schützen.

Ziel der sechsten Sensibilisierungskampagne für Grippe ist es, das Bewusstsein für die Bedeutung der Impfung gegen die saisonale Grippe zu schärfen und eine höhere Akzeptanz des Impfstoffs zu erreichen. Die Kampagne startet am Montag, den 22. Oktober 2018.

Sensibilisierungskampagne für Grippe – notwendiger denn je

Seit der Pandemie im Jahr 2009 gibt es einen stetigen Rückgang bei der Akzeptanz der Impfung in einer Reihe von Ländern in der Europäischen Region der WHO, und zwar aus zahlreichen komplexen Gründen. Diese reichen von Impfstoffengpässen über Misstrauen bis hin zu einem fehlenden Zugang zum Gesundheitssystem.

Dies ist eine ernstzunehmende Gefahr für die Region, in der jeden Winter eine große Zahl älterer Menschen aufgrund einer Grippeerkrankung ins Krankenhaus eingewiesen werden müssen. Schätzungen des WHO-Regionalbüros für Europa zufolge sterben in jeder Grippesaison bis zu 60 000 Menschen über 65 Jahre an einer Grippeerkrankung oder grippebedingten Komplikationen. Weltweit sterben in jeder Saison bis zu 650 000 Menschen an Ursachen, die mit der saisonalen Grippe in Zusammenhang stehen.

Ziel des Regionalbüros ist es, sicherzustellen, dass jede Saison 75% der gefährdeten Menschen geimpft werden, und doch liegt die Impfrate bei Menschen mit chronischen Erkrankungen in den meisten Ländern in der Region bei unter 40%. Weniger als die Hälfte der Mitgliedstaaten in der Europäischen Region empfehlen eine Grippeimpfung für kleine Kinder und in 10% der Mitgliedstaaten gibt es keine entsprechende Empfehlung für Schwangere.

Vor diesem Hintergrund ist die Durchführung einer Kampagne zur Sensibilisierung und Verhaltensänderung im Hinblick auf die Grippeimpfung – sowohl unter Entscheidungsträgern auf nationaler Ebene als auch in der allgemeinen Bevölkerung – wichtiger denn je.

WHO unterstützt Länder bei der Förderung der Grippeimpfung

In Zusammenhang mit der Sensibilisierungskampagne für Grippe richtete die WHO ihre erste beratende Expertengruppe für die Kommunikation in Verbindung mit der Grippe ein, um die Länder in der Europäischen Region bei der öffentlichen Kommunikation über das Virus und die Impfung zu unterstützen.

Darüber hinaus organisiert sie am Mittwoch, den 24. Oktober 2018 um 10:30 Uhr MESZ unter Beteiligung zweier führender Experten eine live stattfindende Frage-und-Antwort-Runde auf Facebook zum Thema „Wissenswertes zur Grippeimpfung“  Dr. Dina Pfeifer vom WHO-Regionalbüro für Europa ist Ärztin mit langjähriger Erfahrung beim Thema Impfung und Impfstoffsicherheit. Dr. Tyra Grove Krause vom dänischen Statens Serum Institut ist Ärztin und Epidemiologin und für die Grippeimpfung in Dänemark zuständig. Sie werden darüber sprechen, wer sich impfen lassen kann, wie wirksam und sicher die Impfung ist und welche Vorteile eine rechtzeitige Impfung hat.

Darüber hinaus wird den Ländern eine Auswahl an Kommunikationsmaterialien zur Verfügung gestellt und 14 Länder arbeiten unmittelbar mit dem WHO-Regionalbüro für Europa zusammen, um das Bewusstsein für die Bedeutung der Grippeimpfung zu schärfen. In der gesamten Region werden in öffentlichen Verkehrsmitteln und in Parks sowie über traditionelle Plakate und Broschüren Multimediakampagnen geschaltet.