Vogelgrippe könnte sich in diesem Winter entlang der Zugrouten von Wildvögeln ausbreiten

WHO/Marijan Ivanusa

In diesem Winter ist für Gesundheitsbehörden und die Menschen in den Ländern in der Europäischen Region der WHO, die entlang der Zugrouten von Wildvögeln liegen, besondere Wachsamkeit gegenüber einem Ausbruch der Vogelgrippe bei Geflügel und Wildvögeln geboten. Da bestimmte Vogelgrippeviren auch den Menschen befallen können, ist es wichtig, dass in den Ländern, in denen es zu einem Ausbruch kommt, Schutzmaßnahmen ergriffen werden und der Kontakt mit kranken oder toten Vögeln sowie kontaminierten Umgebungen vermieden wird.

Beginn des Vogelzugs im Herbst

In der Europäischen Region ziehen Wildvögel in jedem Herbst gen Südwesten, um in wärmeren Gefilden zu überwintern. Seit Juni verzeichnete die Russische Föderation mehrere Ausbrüche der Vogelgrippe bei Geflügel entlang der Hauptzugrouten der Vögel. Angesichts der Präsenz der Vogelgrippeviren in der Region ist ihre Ausbreitung in andere Länder wahrscheinlich.

Ausbrüche der Vogelgrippe in der Russischen Föderation

Zwischen Mitte Juni und dem 1. Oktober 2018 wurden der Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE) bereits 80 Ausbrüche des hochpathogenen Vogelgrippevirus (HPAI) vom Typ H5 und 1 Ausbruch des HPAI-Virus vom Typ A(H5N2) bei einheimischem Geflügel in der Russischen Föderation gemeldet. Die Föderale Aufsichtsbehörde für Veterinärwesen und Pflanzenschutz der Russischen Föderation bestätigte, dass der jüngste Ausbruch auf ein HPAI-Virus vom Typ A(H5N8) zurückgeht. Dieses Virus ist eng verwandt mit jenen Viren, die im Zeitraum 2016 bis 2017 den bislang größten Ausbruch der Vogelgrippe bei Geflügel und Wildvögeln in der Region verursachten, in dessen Verlauf Millionen von Vögeln gekeult werden mussten und der zu hohen wirtschaftlichen Verlusten führte. Damals wurde es als wahrscheinlich erachtet, dass wilde Zugvögel das Virus in die Region eingeschleppt hatten. Aus diesem Grund ist es besonders wichtig, dass die Öffentlichkeit in den kommenden Monaten wachsam bleibt und die Gesundheits-, Veterinär- und Umweltbehörden eng zusammenarbeiten, um eine schnelle Entdeckung der Vogelgrippeviren bei Vögeln zu gewährleisten und die menschliche Gesundheit zu schützen.

Empfohlene Schutzmaßnahmen

Es gibt eine Reihe von Schutzmaßnahmen, die ergriffen werden können, um eine Infektion mit Vogelgrippeviren beim Menschen zu verhindern:

  • Informieren Sie sich bei den zuständigen nationalen Behörden über die Zugrouten der Wildvögel in Ihrem Land.
  • Vermeiden Sie den direkten oder engen Kontakt mit Vögeln (sowohl Geflügel als auch Wildvögeln) bzw. mit kontaminierten Umgebungen und melden Sie kranke oder tote Vögel den zuständigen Behörden.
  • Berühren Sie Vögel oder Kadaver nicht mit bloßen Händen. Wenn Sie mit einem Kadaver hantieren müssen, tragen Sie dazu Handschuhe oder benutzen Sie eine umgedrehte Plastiktüte, um ihn aufzuheben. Waschen Sie sich danach die Hände gründlich mit Seife oder einem geeigneten Desinfektionsmittel.
  • Halten Sie sich an wirksame Maßnahmen der Lebensmittelsicherheit und -hygiene, wie im Programm „Fünf Schlüssel zu sichereren Lebensmitteln“ der WHO empfohlen, etwa das gründliche Kochen von Geflügel bzw. Wildvögeln bei ausreichend hohen Temperaturen.

Vogelgrippeviren und das Risiko für die menschliche Gesundheit

Eine Infektion mit Vogelgrippeviren beim Menschen ist sehr selten und steht meist in Zusammenhang mit direktem oder engem Kontakt mit lebenden oder toten infizierten Vögeln oder deren Umgebung. Bislang wurden keine Infektionen mit Vogelgrippeviren vom Typ A(H5N8) bzw. A (H5N2) beim Menschen gemeldet. In Bezug auf Vogelgrippeviren ist angesichts ihrer Wandlungsfähigkeit jedoch eine sorgfältige Überwachung geboten, denn aus ihnen könnten Viren entstehen, die von Tieren auf den Menschen übertragen werden können. Den Menschen in den Ländern, in denen es zu einem Ausbruch kommt, wird geraten, sich an die vorstehend aufgeführten Schutzmaßnahmen zu halten.