Weiterhin Masernausbrüche in der Region: WHO rät zur Impfung

Weiterhin Masernausbrüche in der Region: WHO rät zur Impfung

Die Länder in der Europäischen Region der WHO haben weiter mit großflächigen Masernausbrüchen zu kämpfen, die sich von Land zu Land und auch in andere Regionen der Welt ausbreiten können.

Dänemark, Deutschland, die ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien, die Niederlande, Norwegen, die Schweiz und Serbien haben 2011 schon Masernfälle gemeldet. Auch die Türkei meldete neulich einen Ausbruch in Istanbul neben anderen Fällen, die auf einen größeren Ausbruch in Bulgarien im Jahr 2010 zurückgingen. Außerdem traten kleinere Ausbrüche in der Russischen Föderation (in Krasnoyarsk und Tomsk) auf, die sich bis nach Usbekistan zurückverfolgen ließen. Seit 2008 sind Masernausbrüche auch in Frankreich wieder eine ernste Herausforderung geworden. 2010 meldete Frankreich über 5000 Fälle und vorläufige Daten aus dem Jahr 2011 (fast 1000 Fällen alleine im Januar) deuten darauf hin, dass sich der Trend fortsetzen könnte. Derartige Epidemien haben zu kleineren Ausbrüchen in anderen Ländern innerhalb wie außerhalb der Region geführt.

Schützen Sie sich und andere vor einer Reise

Das Masern-Virus verbreitet sich sehr leicht und die Ausbrüche werden sich daher fortsetzen, so lange es Menschen gibt, die nicht oder nicht rechtzeitig (nach Impfplan) geimpft wurden.

Die Genotypanalyse der jüngsten Ausbrüche ist sehr nützlich zur Bestimmung der Herkunft eingeschleppter Viren und des Verlaufs ihrer Ausbreitung. Auch das Regionalbüro für Europa nutzt sie zur Feststellung, welche Masernviren aus anderen Teilen der Welt eingeführt werden und welche sich regelmäßig in der Region verbreiten. Solche Erkenntnisse sind eine Grundvoraussetzung für die Verfolgung von Fortschritten in der Eliminierung der Krankheit. Die hier gemachten Aussagen sind durch Genotypanalyse belegt.

Die Mitgliedstaaten haben 2010 durch das WHO-Regionalkomitee für Europa eine Resolution angenommen, mit der sie ihr Bekenntnis zur Eliminierung von Masern und Röteln aus der Europäischen sowie zur Prävention von Rötelnembryopathie bis 2015 erneuerten. Die Mitgliedstaaten zeigten damit, dass sie die Signifikanz der Eliminierung sowie die Schwere der Herausforderung verstehen und daher auch die Notwendigkeit eines verstärkten Einsatzes anerkennen. Mit der Festlegung des Jahres 2015 als Zieldatum haben die Mitgliedstaaten und das Regionalbüro für Europa eine Aufgabe akzeptiert, welche die Erhöhung der Impfquote, die Stärkung der Überwachung und die Überzeugung des Publikums von der Wichtigkeit der Impfungen bis zur Unterbrechung der Übertragung einheimischer Masernviren umfasst. Es ist von entscheidender Bedeutung, dass die Mitgliedstaaten und das Regionalbüro ihrer Verpflichtung gemäß handeln, damit diese Kosten verursachenden und Leben gefährdenden Ausbrüche gestoppt werden können.

Masern

Masern sind eine gefährliche und hochinfektiöse Viruserkrankung. Die ersten Symptome sind gewöhnlich hohes Fieber, das ca. 10–12 Tage nach Kontakt mit dem Virus auftritt und 4–7 Tage lang anhält. Anfangs können auch Schnupfen, Husten, gerötete und wässerige Augen und kleine weiße Punkte im Mundraum auftreten. Nach einigen Tagungen kommt es gewöhnlich im Gesicht und am oberen Hals zu Hautausschlag Im Laufe von ca. drei Tagen breitet er sich bis zu den Händen und Füßen aus. Nach 5–6 Tagen klingt er langsam ab. Der Ausschlag tritt häufig 14 Tage nach dem Kontakt mit dem Virus auf.

Die meisten Todesfälle gibt es durch Komplikationen der Masernerkrankung bei Kindern unter 5 und Erwachsenen über 20 Jahren. Zu den schwerwiegenden Komplikationen gehören Erblindung, Enzephalitis, schwere Diarrhöe und damit verbundene Dehydrierung, Mittelohrentzündungen und schwere Atemwegserkrankungen wie Lungenentzündung. In Bevölkerungsgruppen, die sich schlecht ernähren und über keine angemessene Gesundheitsversorgung verfügen, können Masern in bis zu 10% der Fälle zum Tode führen.

Masern sind weltweit immer noch eine der führenden Todesursachen für junge Kinder, obwohl sichere und wirksame Impfstoffe zur Verfügung stehen.

Impfschutz muss aufrecht erhalten bleiben

Das Regionalbüro für Europa räumt der Eliminierung der Masern eine hohe Priorität ein. Es fordert die Länder mit Nachdruck auf, wachsam zu bleiben und rechtzeitig Gegenmaßnahmen zu treffen, damit die Krankheit in ihrem Bereich eliminiert und eine Verschleppung in andere Länder verhindert wird. Die jährlich durchgeführte Europäische Impfwoche findet 2011 vom 23. bis 30. April statt und ermöglicht der Bevölkerung, dem Gesundheitspersonal, den Entscheidungsträgern und einem breiten Spektrum aus Akteuren und Partnern sich für Impfungen einzusetzen.