EHEC-Ausbruch: Lagebericht 10

Der Schwerpunkt des Ausbruchs liegt nach wie vor in Deutschland, und die Untersuchungen zur Klärung von Eigenschaften und Herkunft dieses bisher unbekannten Serotyps des Escherichia-coli-Bakteriums dauern noch an.

Hämolytisch-urämisches Syndrom (HUS)

Mit Stand vom 6. Juni um 15.00 Uhr MESZ hatte Deutschland 642 HUS-Fälle, hierunter 15 Todesfälle, gemeldet. Das waren zwölf Fälle mehr als am Vortag. 68% der gemeldeten Fälle entfielen auf Frauen und Mädchen und 88% auf Personen über 20 Jahre. Die höchsten Raten traten in der Altersgruppe von 20–49 Jahren auf. Der Symptombeginn lag in der Zeit zwischen 1. Mai und 2. Juni.

Enterohämorrhagische Escherichia coli (EHEC)

Mit Stand vom 6. Juni um 15.00 Uhr MESZ hatte Deutschland insgesamt 1683 Fälle von EHEC-Infektion (ohne HUS) gemeldet, darunter sieben mit tödlichem Ausgang. Das waren 82 Fälle mehr als am Vortag. 61% der Fälle entfielen auf Frauen und Mädchen und 88% auf Personen über 20 Jahre. Der Symptombeginn lag in der Zeit zwischen 1. Mai und 3. Juni.

Das Robert-Koch-Institut spricht angesichts der aktuellen Meldedaten für HUS und EHEC sowie der Daten aus der Überwachung des Auftretens blutigen Durchfalls in Notaufnahmen von einem leichten Rückgang der Fallzahlen. Es bleibt abzuwarten, ob sich dieser Trend fortsetzt.

Übrige Länder

Mit Stand vom 6. Juni um 18.00 Uhr MESZ hatten zwölf weitere Länder der Europäischen Region insgesamt 31 HUS-Fälle (ein Todesfall) und 73 EHEC-Fälle (kein Todesfall) gemeldet:

   
Land
HUS
EHEC
Dänemark
7
11
Frankreich
0
10
Luxemburg 0 1
Niederlande
4
4
Norwegen
0
1
Österreich
0
2
Polen
1
0
Schweden
15
31
Schweiz
0
3
Spanien   
1
1
Tschechische Republik
0
1
Vereinigtes Königreich
3
8
  


Außerdem hatten die Centers for Disease Prevention and Control (CDC) der Vereinigten Staaten in Atlanta zuvor Informationen veröffentlicht, wonach zwei HUS-Fälle in den USA mit dem Ausbruch verknüpft sind.

Mit einer Ausnahme hatten sich alle der genannten HUS- und EHEC-Patienten während der Inkubationszeit, meist drei bis vier Tage nach der Exposition (Bandbreite: zwei bis zehn Tage), in Deutschland aufgehalten. Die Labors bestätigen bei einer wachsenden Zahl von Fällen den EHEC-Serotyp O104:H4 oder genauer einen Stamm des enteroaggregativen Verocytotoxin produzierenden E. coli (EAggEC VTEC) O104:H4.

Die Untersuchung der Quelle des Ausbruchs dauert noch an.

Hinweis

EHEC und HUS unterliegen getrennten Meldekategorien, sodass es bei den Fallzahlen keine Überschneidungen geben sollte. Wie bei jedem sich schnell entwickelnden Ausbruchsgeschehen sollten die Zahlen jedoch nur als vorläufig betrachtet werden. Sie können sich aus unterschiedlichen Gründen noch ändern.

Mit der Bereitstellung der genannten Informationen möchte die WHO auch den Beitrag ihrer Mitgliedstaaten und ihrer fachlichen Partner anerkennen, zu denen die Europäische Kommission, das Europäische Zentrum für die Kontrolle und die Prävention von Krankheiten sowie eine Reihe von Kooperationszentren der WHO zählen.