Erhöhung der Akzeptanz der Grippeimpfung in Lettland

17-10-2016

Prof. Uga Dumpis ist der Leiter der Abteilung Infektionsschutz und Surveillance am Universitätskrankenhaus Pauls Stradins in Riga. Er verfügt über Erfahrung aus erster Hand mit den negativen Folgen einer niedrigen Durchimpfung gegen Grippe. Im vergangenen Jahr wurden an seinem Krankenhaus 250 Influenza-Fälle behandelt. In 120 Fällen wurde die Infektion im Krankenhaus selbst übertragen, und einige der Patienten starben infolge von Komplikationen. „Wir müssen etwas dagegen tun“, nahm sich Prof. Dumpis vor.

Tatsächlich hatte Dumpis bereits einen Plan in Gang gesetzt, um das Problem zu beheben. Im vergangenen Jahr initiierte er eine Sensibilisierungskampagne für Grippeimpfungen, die speziell auf Krankenhauspersonal und Krankenhauspatienten abzielte. Er leitete die Kampagne auf der höchsten Ebene ein, indem er die Geschäftsführung und die verschiedenen Abteilungsleiter bat, sich öffentlich gegen Grippe impfen zu lassen und Fotos davon ins Intranet des Krankenhauses einzustellen. „Die wichtigsten Meinungsführer müssen geimpft werden, und alle müssen davon erfahren“, erklärt Dumpis. „Das ist sehr wichtig.“

Dann konnten sich alle Mitarbeiter kostenlos impfen lassen – eine laut Dumpis eher ungewöhnliche Maßnahme für Krankenhäuser in Lettland. Er versuchte, die Impfungen für das Personal so einfach und effizient wie möglich zu gestalten, indem er das Pflegepersonal anwies, die Abteilungen zu einem jeweils günstigen Zeitpunkt zu besuchen und die Impfungen umgehend zu verabreichen.

Dumpis führte Aufzeichnungen darüber, welche Abteilungen die höchste Durchimpfung hatten, und berichtete auf Mitarbeiterversammlungen darüber, um andere dazu zu ermutigen, diesem Beispiel zu folgen. Diese Bemühungen hatten eine spürbare Wirkung, und die Akzeptanz der Grippeimpfung erhöhte sich beim Krankenhauspersonal von 5% auf 17%. Noch erfreulicher war, dass einige Abteilungen einen Versorgungsgrad von bis zu 70% erreichten. Ein landesweiter Engpass beim Grippeimpfstoff im Dezember und Januar führte zeitweise zu einer Verlangsamung von Dumpis Kampagne, die nach seiner Einschätzung jedoch nur einige Prozentpunkte bei der Impfrate des Personals ausmachte.

In diesem Jahr plant Dumpis eine ähnliche Kampagne für das Krankenhauspersonal, doch diesmal zielen seine Anstrengungen über sein Krankenhaus hinaus auf die landesweite Ebene ab. Er wird bei Maßnahmen zur Erhöhung der Impfakzeptanz unter Patienten wie auch beim Gesundheitspersonal mit der WHO zusammenarbeiten. „Ich bin mir ziemlich sicher, dass die Durchimpfungsrate auch in diesem Jahr weiter steigt“, sagt er.

Anderen Krankenhäusern oder Gesundheitseinrichtungen, die die Impfakzeptanz bei ihren Mitarbeitern erhöhen wollen, gibt Dumpis einige praktische Ratschläge. Erstens sei es entscheidend wichtig, mit gutem Beispiel voranzugehen. Insbesondere gelte es, die Abteilungsleiter und die Oberschwestern zur Impfung zu bewegen, da ihre Entscheidung dann andere Mitglieder ihres Teams ermutige, ihrem Beispiel zu folgen. Zweitens müsse die Impfung für die Mitarbeiter leicht und bequem erhältlich sein. „Je leichter es ist, desto eher lassen sie sich impfen“, erklärt er.

Sein abschließender Rat lautet: „Planen Sie Ihre Ressourcen und sorgen Sie dafür, dass Sie über ausreichende Impfstoffvorräte verfügen.“ Dumpis hat seinen eigenen Rat befolgt und bereitet sich gerade auf eine zweite Runde in der Sensibilisierungskampagne für Grippeimpfungen vor, die hoffentlich eine weitere Erhöhung der Akzeptanz am Universitätskrankenhaus Pauls Stradins bewirken wird.