Höhere Durchimpfungsraten in der Europäischen Region der WHO – weniger Kinder durch impfpräventable Krankheiten gefährdet

WHO/Malin Bring

Im Jahr 2017 haben sich die Durchimpfungsraten für die meisten Routineimpfungen in der Region im Vergleich zu den vorangegangenen drei Jahren erhöht. Aktuellen Schätzungen der WHO und des Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen (UNICEF) zufolge erhielten im Jahr 2017 90% der Kinder in der Europäischen Region im Rahmen der nationalen Regelimpfungen die erforderliche zweite Dosis Masernimpfstoff (MCV2) (2016 waren es 88%) und 94% der Kinder die dritte Dosis des Impfstoffs gegen Diphtherie, Tetanus und Keuchhusten (DTP3) (2016 waren es 92%).

Diese Durchimpfung, die in vielen Ländern durch abgestimmte Bemühungen erreicht werden konnte, ist ein signifikanter Fortschritt auf dem Weg zur Verwirklichung des Ziels, jedes Kind zum rechten Zeitpunkt mit den Impfungen zu erreichen, die sie benötigen. Neue rechtliche Rahmen, zusätzliche Impfmaßnahmen, spezielle Schulungen für Gesundheitsfachkräfte und Mitarbeiter von Impfprogrammen, verstärkte Beschaffung und Logistik, zielgenaue Impfleistungen und Sensibilisierungskampagnen sowohl während der Europäischen Impfwoche als auch darüber hinaus sind nur ein paar der zahlreichen Initiativen, die in den Ländern ergriffen wurden, um die in diesem Bereich bestehenden Herausforderungen zu bewältigen.

„Wir begrüßen die erhöhte Durchimpfung in der Region. Sie ist Ausdruck des Engagements unserer Mitgliedstaaten, Impfmaßnahmen Priorität einzuräumen“, sagte Dr. Nedret Emiroglu, Direktorin der Abteilung Gesundheitliche Notlagen und übertragbare Krankheiten im WHO-Regionalbüro für Europa.

Mit der Impfrate von 90% bei MCV2 im Jahr 2017 ist die Europäische Region unter den Spitzenreitern der WHO-Regionen im Hinblick auf die Masernimpfung (Rang 2 hinter der Region Westlicher Pazifikraum). Dieser regionsweite Erfolg im Jahr 2017 ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Dennoch bestehen einige hartnäckige Inseln der Anfälligkeit auf subnationaler Ebene fort, wo es große Unterschiede bei der Durchimpfung der Bevölkerung gibt.

Obwohl die WHO die Impfung von mindestens 95% aller Kinder mit zwei Dosen Masernimpfstoff in jeder subnationalen Region/jedem subnationalen Gebiet empfiehlt, um Herdenimmunität zu erreichen, erhielten im Jahr 2017 etwa 550 000 in der Region geborene Kinder nicht einmal ihre erste Dosis Masernimpfstoff.

Zudem waren infolge der Impfrate von 94% bei DTP3 im Jahr 2017 ungefähr 660 000 Kinder nicht gegen diese vermeidbaren Krankheiten geschützt. Jedes Kind, das nicht rechtzeitig sämtliche Routineimpfungen erhält, trägt zum Kreis der gefährdeten Menschen in der Region bei und erhöht damit die Gefahr von Krankheitsausbrüchen.

„Die Folgen einer suboptimalen Durchimpfung liegen relativ klar auf der Hand. Von Januar bis Mai 2018 wurden in der Europäischen Region mehr als 33 000 Masernfälle und tragischerweise 32 durch Masern bedingte Todesfälle gemeldet“, sagte Dr. Emiroglu. „Auch wenn wir schon viel erreicht haben, muss die Dynamik dieses Erfolgs gewahrt werden, bis wir unsere gemeinsame Vision einer Region frei von impfpräventablen Krankheiten verwirklicht haben.“

Eliminierung von Masern und Röteln

Die Eliminierung von Masern und Röteln ist eines der im Europäischen Impfaktionsplan (2015–2020) festgelegten Ziele der Europäischen Region. Die Zahl der Länder, die der Bewertung der Verifizierungskommission der Europäischen Region für die Eliminierung der Masern und Röteln (RVC) zufolge die endemische Übertragung von Masern und Röteln unterbrochen haben, ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen (auf 42 bzw. 37 im Jahr 2016; die Zahlen für 2017 werden im Bericht der RVC von 2018 veröffentlicht). Diese Entwicklung und die Verwirklichung des regionsweiten Ziels der Eliminierung von Masern und Röteln werden jedoch durch andauernde Masernausbrüche in verschiedenen Ländern in der Region gefährdet.

Schätzungen von WHO und UNICEF zur Durchimpfung

WHO und UNICEF veröffentlichen gemeinsame Schätzungen zu den nationalen Durchimpfungsraten für 194 Mitgliedstaaten der WHO. Die Schätzungen für 2017 wurden am 16. Juli 2018 veröffentlicht. Sie basieren auf Daten, die WHO und UNICEF offiziell von den Mitgliedstaaten gemeldet wurden, auf Daten aus veröffentlichter und grauer Literatur und soweit möglich auf Konsultationen mit lokalen Experten. Die Daten zur Durchimpfung werden jährlich überprüft und die entsprechenden Schätzungen aktualisiert.