Tuberkuloseforschung und Innovation unter den zentralen Prioritäten auf der globalen Konferenz zur Beendigung der Tuberkulose

WHO/Andrei Dadu

The ERI-TB core group pictured during a meeting in 2016. The ERI-TB aims to strengthen the use of TB evidence, information and research for health care policy makers in Europe.

Am 16. und 17. November 2017 findet in Moskau die erste Globale Ministerkonferenz „Beendigung der Tuberkulose im Zeitalter der nachhaltigen Entwicklung: ressortübergreifend handeln“ statt. Auf der Veranstaltung werden Minister und andere hochrangige Vertreter aus verschiedenen Politikbereichen gemeinsam über die besten Wege zur Beschleunigung von Fortschritten bei der Erfüllung der von der Weltgesundheitsversammlung festgelegten Zielvorgaben der Endspielstrategie der WHO für Tuberkulose sowie der Verwirklichung der Ziele für nachhaltige Entwicklung diskutieren.

Die Konferenz ist in acht Themenblöcke gegliedert; einer davon ist wissenschaftliche Forschung und Innovation. Die Verfolgung der Ziele in den Bereichen Forschung, Wissenschaft und Innovation gehört zu den wichtigsten Verpflichtungen und erfordert Maßnahmen, wie sie in der Erklärung von Moskau zur Beendigung der Tuberkulose erläutert werden, die von den Mitgliedstaaten während der Konferenz angenommen werden soll.

Die Tuberkuloseforschung ist ein Schlüsselbereich für Interventionen zur Beendigung der Tuberkuloseepidemie. Sie ist eine der drei Hauptsäulen der Endspielstrategie für Tuberkulose und des Aktionsplans Tuberkulose für die Europäische Region der WHO (2016–2020). 2016 gründete das WHO-Regionalbüro für Europa die Europäische Tuberkuloseforschungs-Initiative (ERI-TB), die die Tuberkuloseforschung in der Europäischen Region voranbringen und als regionsweites Forum zur Unterstützung der Umsetzung des Aktionsplans Tuberkulose dienen soll.

Beiträge zu den Zielen der Tuberkuloseforschung in der Europäischen Region

Im November startete die ERI-TB im Rahmen einer fortlaufenden Bemühung zur Festlegung von Forschungsprioritäten und zur Bestimmung von bestehenden Forschungsdefiziten in der Europäischen Region eine einmonatige öffentliche Konsultation.

Die öffentliche Konsultation benötigt Beiträge von den nationalen Anlaufstellen, von Partnerorganisationen aus der Europäischen Region und von anderen Interessengruppen, um Prioritäten zu bestimmen und festzulegen, die die grundlegende wissenschaftliche und operative Forschung im Bereich Tuberkulose prägen.

In Vorbereitung auf diese Konsultation haben die Mitglieder der Kerngruppe und des Sekretariats der ERI-TB beim WHO-Regionalbüro für Europa eine ausführliche Liste wichtiger Forschungsfragen erstellt, die in drei Themenbereiche unterteilt sind:

  • Erforschung der Epidemiologie und Antriebskräfte von Krankheiten;
  • Forschung in den grundlegenden Wissenschaften und Erforschung neuer Werkzeuge, Arzneimittel und Impfstoffe; und
  • operative Aspekte der ressortübergreifenden Zusammenarbeit.

Dank der Beiträge und Bemühungen der Mitglieder der fachlichen Kerngruppe konnte eine abschließende Liste mit 76 Forschungsfragen erstellt werden. Auf einem Online-Forum werden systematisch Antworten auf diese Fragen gesammelt, und die Konsultation soll die Relevanz und Dringlichkeit der vorgeschlagenen Forschungsarbeiten objektiv wiedergeben.

Das letztendliche Ergebnis der Konsultation wird eine nach Reihenfolge und Priorität geordnete Liste mit Forschungsfragen sein, die in die Kategorien oberste, hohe und mittlere Priorität einsortiert werden. Das Regionalbüro wird anhand der Ergebnisse Konzepte für die Europäische Region im Bereich der Tuberkuloseforschung entwickeln.