Enge Zusammenarbeit führt zu Fortschritten bei der Tuberkuloseprävention und -versorgung in der Russischen Föderation

Video: Moscow TB services - leaving no one behind

Seit fast zwei Jahrzehnten arbeiten die WHO und das Gesundheitsministerium der Russischen Föderation in enger Abstimmung darauf hin, wirksame Strategien für die Tuberkuloseprävention und -versorgung zu entwickeln. Im Rahmen der 1999 eingerichteten Hochrangigen Arbeitsgruppe Tuberkulose (HLWG) bemühen sich 30 nichtstaatliche Organisationen aus der Russischen Föderation und anderen Ländern gemeinsam um Fortschritte hin zur Beendigung der Tuberkulose in dem Land.

In den vergangenen Jahren hat sich die HLWG an einer Reihe von Maßnahmen und Projekten zur Tuberkulosebekämpfung beteiligt. Diese haben zu einem drastischen Rückgang der Tuberkuloseinzidenz und der tuberkulosebedingten Mortalität in der Russischen Föderation im vergangenen Jahrzehnt geführt, wobei der durchschnittliche jährliche Rückgang 16% (Mortalität) bzw. 6% (Inzidenz) betrug. Das Tätigkeitsfeld der HLWG umfasst Infektionsprävention in Zentren für die Tuberkulosebehandlung, Labordiagnostik, Tuberkulose-Surveillance, Schulung von Fachärzten, Sensibilisierungsmaßnahmen und die Bereitstellung psychosozialer Unterstützung zur Ausweitung der Tuberkulosebehandlung. Die Erfahrungen mit der Tuberkuloseprävention und -versorgung, die mit dieser Zusammenarbeit zwischen der WHO und der Russischen Föderation gewonnen wurden, kommen auch den Tuberkuloseprogrammen anderer Länder zugute.

Das WHO-Regionalbüro für Europa wird die Russische Föderation weiterhin bei der vollständigen Umsetzung des Aktionsplans Tuberkulose für die Europäische Region der WHO (2016–2020) unterstützen. Das Ziel des Aktionsplans lautet, die Ausbreitung der medikamentös behandelbaren wie auch der resistenten Tuberkulose zu stoppen, indem in sämtlichen Ländern der Europäischen Region ein allgemeiner Zugang zu Präventions-, Diagnose- und Therapiemaßnahmen hergestellt wird. Dieses Ziel steht vollständig im Einklang mit der im Dreizehnten Allgemeinen Arbeitsprogramm genannten strategischen Priorität der WHO einer Stärkung der Gesundheitssysteme zur Verwirklichung einer allgemeinen Gesundheitsversorgung.

Herstellung eines allgemeinen Zugangs zur Tuberkuloseversorgung in Moskau

In Moskau zeigt ein gut aufgebautes und wirksames System der Tuberkuloseversorgung exemplarisch, wie die Russische Föderation hochwertige Behandlung und Versorgung für Menschen in allen Lebenslagen bereitstellt. Neben den ständigen Bewohnern richtet sich das Leistungsangebot in Moskau auch an alle anderen Menschen in der Hauptstadt, einschließlich der sozial anfälligen Gruppen.

„Wir sehen, dass Gesundheitsangebote für Menschen zur Verfügung stehen, die sie benötigen – unabhängig davon, ob sie Bürger dieser großen Stadt sind oder als Arbeitnehmer, Migranten oder Studenten kommen oder obdachlos sind“, erklärt Dr. Melita Vujnovic, Repräsentantin der WHO in der Russischen Föderation.

Die volle Bandbreite des Leistungsangebots – von der Diagnoseuntersuchung bis zur ambulanten und stationären Behandlung – steht in Moskau allen Personen zur Verfügung, die Tuberkulosesymptome aufweisen oder das volle Krankheitsbild entwickeln. Die Leistungen in der Stadt werden vom Moskauer Forschungs- und Klinikzentrum für Tuberkulosebekämpfung erbracht, das zwei Kliniken, zwei klinische und diagnostische Zentren, eine Station für Kinderdiagnostik, acht Zweigstellen in verschiedenen Stadtbezirken sowie zwei Krankenhäuser umfasst.

„Wenn wir die Tuberkulose bis 2030 beenden wollen, dann setzt das voraus, dass niemand zurückgelassen wird, und Migranten gehören oft zu den anfälligsten Bevölkerungsgruppen. Die Anstrengungen der Russischen Föderation zur Bereitstellung einer hochwertigen Versorgung für die Menschen unabhängig von ihrer Staatsangehörigkeit verdienen Anerkennung“, erklärt Dr. Masoud Dara, Koordinator für nichtübertragbare Krankheiten beim WHO-Regionalbüro für Europa.

Das Video auf dieser Seite vermittelt einen besseren Einblick in die Tuberkuloseversorgung in Moskau.