Eliminierung der Malaria aus der Europäischen Region bis 2015 realistisch

Dank intensiver Malaria-Bekämpfung fiel die Zahl der autochthonen Fälle in der Europäischen Region der WHO von 90 712 im Jahr 1995 auf 102 im Jahr 2011, wobei zu dieser niedrigen Zahl allein ein aus Lakonien (Griechenland) gemeldeter Ausbruch mit 40 Fällen von Plasmodium vivax beitrug.

Seit 2008 betreiben die betroffenen Länder der Region zielstrebig die Eliminierung der Malaria und haben ihre nationalen Strategien entsprechend ausgerichtet. Wenn in einem Land in drei aufeinander folgenden Jahren keine lokale Übertragung von Malaria stattfindet, kann die WHO es als malariafrei zertifizieren. Dass die Eliminierung der Malaria aus der Europäischen Region bis 2015 ein realistisches Ziel ist, zeigt sich auch daran, dass die WHO seit 2010 schon drei Länder (Turkmenistan, Armenien und Kasachstan) als malariafrei zertifizieren konnte. Die Zertifizierung Georgiens wird derzeit eingeleitet.

Am 25. April ist Welt-Malaria-Tag.

Die globale Lage

In 99 Ländern der Welt ist die Übertragungskette der Malaria noch nicht unterbrochen, so dass weltweit bis zu 3,3 Milliarden Menschen als infektionsgefährdet gelten. Nach Schätzungen der WHO traten 2010 rund 216 Millionen Fälle auf (Unsicherheitsbereich: 149 bis 274 Mio.) und forderten das Leben von 655 000 Menschen (Unsicherheitsbereich: 537 000 bis 907 000). 86% der Fälle treten bei Kindern im Alter von unter fünf Jahren auf und über 90% aller Sterbefälle ereignen sich in der Afrikanischen Region der WHO.

Seit 2000 fiel die Malaria-Inzidenz weltweit nach Schätzungen um 17% und die malariabedingte Sterblichkeit ging sogar um 26% zurück.

Welt-Malaria-Tag

Am 25. April werden mit dem Welt-Malaria-Tag die weltweiten Bemühungen um eine wirksame Bekämpfung der Krankheit gewürdigt. Das schafft auch Gelegenheiten, dass:

  • die Länder der betroffenen Regionen von den jeweiligen Erfahrungen der anderen lernen und sich gegenseitig unterstützen,
  • neue Geber der globalen Partnerschaft beitreten,
  • Forschungseinrichtungen und Akademien den wissenschaftlichen Fortschritt an Fachwelt und Öffentlichkeit herantragen,
  • internationale Partner, Konzerne und Stiftungen ihre Arbeit vorstellen und erfolgreiche Strategien ausweiten.

Der Welt-Malaria-Tag 2012 markiert unter dem Motto „Erfolge sichern, Leben retten: auf Bekämpfung setzen“ einen Wendepunkt in der Malariabekämpfung. Ob die Malaria wie in den vergangenen zehn Jahren weiter zurückgedrängt werden kann, hängt wesentlich von der Höhe der in den kommenden Jahren in die Bekämpfung investierten Mittel ab.

Der Welt-Malaria-Tag wurde im Mai 2007 von der Weltgesundheitsversammlung ins Leben gerufen.