Größere Anstrengungen zur Eliminierung von Malaria in der Europäischen Region bis 2015 erforderlich

Malaria bleibt eine gesundheitliche Herausforderung für die Europäische Region der WHO. So wurden 2012 insgesamt 253 lokal übertragene Malariafälle aufgrund des Erregers Plasmodium vivax aus Aserbaidschan, Georgien, Griechenland, Tadschikistan und der Türkei gemeldet, was gegenüber dem Jahr 2011 einen Anstieg bedeutete. Am Welt-Malaria-Tag 2013 ruft die WHO die betroffenen Länder dazu auf, trotz haushaltlicher Sparzwänge ihre Interventionen gegen die Krankheit aufrechtzuerhalten. Das Thema für 2013 und die kommenden Jahre lautet: „In die Zukunft investieren, Malaria besiegen.“

Die Bemühungen zur Eliminierung der Krankheit aus der Europäischen Region bis zum Jahr 2015 verlaufen plangemäß; 2012 wurde als bisher letztes Land Kasachstan von der WHO als malariafrei zertifiziert. Dennoch verdeutlicht die Zunahme der gemeldeten Fälle, dass die Krankheit das Potenzial besitzt, sich wieder in bislang malariafreien Gebieten auszubreiten, da inzwischen durch Reiseverkehr und Migration eine verstärkte Einschleppung des Virus aus endemischen Ländern erfolgt. Die in jüngster Zeit in Griechenland und der Türkei erfolgreich eingedämmten Malariaausbrüche verdeutlichen, dass es vor allem darauf ankommt, effektive und flächendeckende Surveillance-Systeme sowie Kapazitäten für die frühzeitige Erkennung und Bekämpfung von Ausbrüchen zu schaffen und aufrechtzuerhalten.

Das Regionalbüro begrüßt die substanziellen Fortschritte bei der Eliminierung der Malaria in der Europäischen Region und appelliert dringend an alle betroffenen Länder, ihre Anstrengungen zu intensivieren, um dieses historische Ziel zu erreichen. Es wird auch weiterhin die Arbeit der Länder unterstützen und nach Kräften fachliche Hilfe bei der Zertifizierung der Eliminierung der Krankheit leisten.

Fortschritte auf weltweiter Ebene: Weniger Todesfälle, aber immer noch zu viele

In den vergangenen zehn Jahren hat die Welt im Kampf gegen Malaria erhebliche Fortschritte erzielt. So sind seit 2000 die Sterberaten infolge von Malaria um über 25% gefallen, und die Hälfte der 99 Länder, in denen noch eine Übertragung stattfindet, sind nun auf bestem Wege zur Erfüllung der Zielvorgabe, die Zahl der Neuerkrankungen bis 2015 um mehr als 75% zu reduzieren. Eine entscheidende Rolle spielten hier eine erhebliche Intensivierung der Interventionen zur Vektorbekämpfung und eine Verbesserung des Zugangs zu Diagnoseverfahren und qualitätsgesicherten Behandlungen.

Doch das Ziel ist noch nicht erreicht. Noch immer sterben an Malaria jährlich weltweit geschätzte 660 000 Menschen (überwiegend Kinder unter fünf Jahren in Afrika südlich der Sahara). Die Gesamtzahl der Fälle beläuft sich auf über 200 Mio.; die meisten von ihnen werden nie untersucht oder registriert. Die in jüngster Zeit erzielten Gewinne werden durch eine Kürzung der Finanzmittel aus den Ländern und die sich ausbreitende Resistenz gegen Arzneimittel und Insektizide gefährdet.

Wenn die Welt die Fortschritte bei der Bekämpfung der Malaria erhalten und beschleunigen will, ist eine Aufstockung der Mittel dringend erforderlich. Die Eliminierung der Krankheit in den Ländern der Europäischen Region würde zur Verwirklichung des Millenniums-Entwicklungsziels (MZ) 6 (Bekämpfung von HIV/Aids, Malaria und anderen Krankheiten) beitragen und die Erreichung der MZ 4 und 5 (Senkung der Kinder- und Müttersterblichkeit) gewährleisten.

Welt-Malaria-Tag

Der Welt-Malaria-Tag wurde 2007 von den Mitgliedstaaten der WHO eingeführt. Er bietet ihnen die Gelegenheit, die Notwendigkeit weiterer Investitionen in die Prävention und Bekämpfung von Malaria sowie eines anhaltenden politischen Engagements auf diesem Gebiet zu unterstreichen.