Die Erklärung von Aschgabat: Europa wird Malariafreiheit verteidigen

Nurbolot Usenbaev

Nachdem die Europäische Region ein wichtiges Etappenziel in der Bekämpfung und Eliminierung der Malaria erreicht hat, veröffentlicht sie zur Verteidigung des malariafreien Status die Erklärung von Aschgabat: Prävention der Wiederkehr der Malariaübertragung in der Europäischen Region der WHO. Am 4. September wird sie offiziell in Moskau vorgestellt.

„Ich begrüße die Zusagen dieser Länder und ihrer Regierungen,“ bemerkt hierzu Dr. Nedret Emiroglu, Leiterin der Abteilung Gesundheitliche Notlagen und übertragbare Krankheiten beim WHO-Regionalbüro für Europa. „Die Bevölkerungen der Region vor der Rückkehr der Malaria zu schützen, erfordert starkes politisches Engagement der Regierungen, finanzielle Hilfen sowie den Willen zur partnerschaftlichen Zusammenarbeit.“

Neues Buch zur Befreiung der Region von der Malaria

Während der Zusammenkunft wird auch ein neues Buch vorgestellt: Malaria in Europa: Der Weg zur Eliminierung aus der Europäischen Region (2000–2015). Hierin wird die Geschichte erzählt, wie es die Europäische Region als erste Region der WHO schaffte, als malariafrei zertifiziert zu werden, nachdem 2015 erstmals keine Malariafälle verzeichnet wurden.

Dieser Erfolg wurde möglich durch politische Entschlossenheit, bessere Aufdeckung und epidemiologische Überwachung von Malariafällen, integrierte Strategien zur Bekämpfung von Stechmücken mit aktiver Beteiligung der Bevölkerung, grenzüberschreitende Zusammenarbeit und gezielte Kommunikation mit den Risikogruppen.

Von Taschkent nach Aschgabat

Aufbauend auf dem Erreichten unterzeichneten die zehn Länder aus Zentralasien und dem Kaukasus, in denen sich die letzten Rückzugsgebiete der Malaria befanden (Armenien, Aserbaidschan, Georgien, Kasachstan, Kirgisistan, Russische Föderation, Tadschikistan, Türkei, Turkmenistan und Usbekistan) die Erklärung von Aschgabat und bekräftigten damit ihre Entschlossenheit, eine Rückkehr der Malaria zu verhindern. Diese Erklärung schließt sich an die Erklärung von Taschkent Von der Bekämpfung zur Eliminierung der Malaria an, welche die gleiche Gruppe von Ländern abgegeben hatte.

  • Die Erklärung von Taschkent bedeutete einen Wendepunkt im Kampf für ein malariafreies Europa und bahnte den Weg für die Strategie Von der Bekämpfung zur Eliminierung der Malaria in der Europäischen Region der WHO (2006−2015), die den betroffenen Länder der Europäischen Region half, die Zahl der indigenen Malariafälle von 1995 bis 2015 von 90 712 auf Null herunterzubringen.
  • Die Erklärung von Aschgabat bezeugt das Engagement für die Bekämpfung einer Einschleppung von Malaria, die Prävention einer erneuten örtlichen Übertragung und die schnelle Eindämmung jeglichen neuen Auftretens der Krankheit. So lange Malaria global weiter zirkuliert und Menschen durch Gebiete reisen, in denen Malaria endemisch ist, oder aus diesen zu uns kommen, so lange kann die Krankheit prinzipiell auch wieder in die Europäische Region eingeschleppt werden.

Der Rahmen der Europäischen Region zur Verhinderung der Wiedereinführung der Malaria und zur Zertifizierung ihrer Eliminierung (2014–2020) enthält Hinweise zur Unterstützung der Länder darin, die Europäische Region malariafrei zu halten. Er legt dar, wie ein Wiederaufflammen der Malaria vermieden, eine Einschleppung möglichst verhindert und die Zertifizierung gesichert werden können.

Zehn Länder aus der Region auf der Tagung in Moskau

Vertreter aus zehn Ländern nehmen an der Tagung in Moskau vom 4. bis 5. September 2017 teil. Im Lauf der beiden Tage sollen sie den Kurs ihres künftigen Einsatzes für ein malariafreies Europa abstecken. „Es ist bezeichnend, dass diese Tagung in der Russischen Föderation stattfindet, einem Land, das für den Kampf gegen die Malaria in der Europäischen Region und weltweit eine wesentliche Rolle gespielt hat,“ sagt Dr. Melita Vujnovic, WHO-Vertreterin in der Russischen Föderation.

Durch die Eliminierung der Malaria hat die Region die Vision der Globalen Fachstrategie gegen Malaria (2016–2030) einer malariafreien Welt wesentlich vorangebracht. „Die Russische Föderation hat in Partnerschaft mit der WHO die Vision wesentlich vorangebracht,“ sagt Dr. Pedro Alonso, Direktor des globalen Malariaprogramms der WHO. „Sie hat Fachwissen, Führungsstärke und finanzielle Hilfen in die Förderung der Kapazitäten zur Bekämpfung der Malaria in den Ländern Zentralasiens und Afrikas beigesteuert, in denen Malaria endemisch war oder ist.“

Aufgrund der fachlichen und finanziellen Unterstützung durch die Russische Föderation konnten fast 800 Leiter der Malariabekämpfung und der Gesundheitswesen aus 79 Ländern im aktuellen Erkenntnisstand zur Bekämpfung und Eliminierung der Malaria geschult werden.