Experten vereinbaren neuen Europäischen Alkohol-Aktionsplan

WHO

Auf einer Tagung am 4. und 5. Mai 2011 in Zürich haben Experten für Alkoholpolitik aus den Mitgliedstaaten über den Entwurf eines Europäischen Alkohol-Aktionsplans sowie über eine Reihe von Studien über Alkohol und Gesundheit beraten und Informationen über Entwicklungen im Bereich der Alkoholpolitik ausgetauscht. Alkohol ist bei Menschen in der Altersgruppe von 15 bis 59 Jahren der wichtigste Risikofaktor in Bezug auf Krankheit wie auch vorzeitigen Tod.

Am ersten Tag erläuterte ein Sachverständiger die mit Alkoholkonsum verbundenen Sterberisiken. Die zentrale Botschaft lautete, dass es keinen unbedenklichen Alkoholkonsum gebe; vielmehr müsse von Risikostufen gesprochen und müssten Begriffe wie „unbedenklicher Alkoholkonsum“, „vernünftiger Alkoholkonsum“ und „Alkoholmissbrauch“ aus dem Sprachgebrauch verschwinden. Es gibt Hinweise auf eine lineare Korrelation zwischen Alkoholkonsum und Brustkrebs.

Aktionsplan als Orientierungshilfe für die Mitgliedstaaten

Die Experten einigten sich auf der Tagung auf einen Entwurf für den Alkohol-Aktionsplan, über den auf der 61. Tagung des WHO-Regionalkomitees für Europa im September 2011 weiter beraten werden soll. Der Aktionsplan enthält Informationen über schädlichen Alkoholkonsum und zahlreiche Vorschläge für evidenzbasierte Handlungsoptionen, u. a. Maßnahmen zum Schutz junger Menschen, Erhöhung der Kapazitäten und Qualität der Angebote für alkoholbedingte Gesundheitsprobleme und Besteuerung von Alkoholprodukten und Begrenzung ihrer Verfügbarkeit.

Zur Aktualisierung des Informationssystems der Europäischen Region für Alkohol und Gesundheit soll eine Studie durchgeführt werden. Ihre Ergebnisse werden in einen neuen Bericht des Regionalbüros über Alkoholkonsum, alkoholbedingte Schäden und Alkoholpolitik einfließen, der Anfang 2012 veröffentlicht werden soll. Das Projekt erhält auch Fördermittel von der Europäischen Kommission.

Das WHO-Regionalbüro für Europa hat die Tagung in Zusammenarbeit mit der Alcohol Public Health Research Alliance (AMPHORA), einer Gruppe von Sachverständigen für Alkoholpolitik, organisiert, um einen Informationsaustausch zwischen Wissenschaftlern und politischen Entscheidungsträgern zu fördern. Die Tagung wurde von der Sektion Alkohol in der Abteilung Öffentliche Gesundheit des Eidgenössischen Departements des Innern (Schweiz) ausgerichtet.