Ratspräsidentschaft der Europäischen Union erwägt Alkoholkennzeichnung

European Alcohol Policy Alliance

Eine der Prioritäten Estlands für die Zeit seiner Ratspräsidentschaft der Europäischen Union ist die Zurückdrängung alkoholbedingter Schäden in Europa. Insbesondere will Estland grenzüberschreitende Grundsatzfragen wie Werbung und Kennzeichnungspflicht für alkoholische Getränke thematisieren.

Vor der informellen Zusammenkunft der Gesundheitsminister am 21. Juli 2017 in Tallinn erstellte das Regionalbüro ein Diskussionspapier zur Thematik. Es enthält eine Übersicht über den Erkenntnisstand und die Grundsatzoptionen für das Anbringen von Warnhinweisen auf Behältern für alkoholische Getränke.

Etikettierungsvorschriften könnten Teil einer umfassenderen Alkoholpolitik sein. Im Europäischen Aktionsplan zur Verringerung des schädlichen Alkoholkonsums (2012–2020) werden als zwei Optionen für den Kampf gegen negative Folgen des Trink- und Rauschverhaltens Warnhinweise sowie Inhaltsangaben auf Behältern für alkoholische Getränke genannt, die ähnlich wie bei Lebensmitteln, Angaben zum Inhalt enthalten könnten (Alkoholgehalt, Brennwert, Zusatzstoffe und Allergene).

Derartige Etiketten schaffen ein Bewusstsein für die schädlichen Folgen des Alkoholkonsums und sorgen dafür, dass die Kunden alle Informationen zu Inhalt und Zusammensetzung des Produkts besitzen, die sie zum Schutz ihrer Gesundheit und ihrer Interessen benötigen. Das Diskussionspapier des Regionalbüros liefert Erkenntnisse und Argumente, die für ähnliche Anforderungen an alkoholische Getränke sprechen, wie sie für Lebensmittel bereits gelten.

Nur wenige Mitgliedstaaten in der Europäischen Region schreiben Etikettierung vor

Informationen aus dem Jahr 2016 zufolge ist eine Etikettierung für alkoholische Getränke in der Mehrzahl der Mitgliedstaaten in der Europäischen Region nicht vorgeschrieben. 13 Mitgliedstaaten gaben an, dass in ihrem Land Gesundheitshinweise auf Behältern und Flaschen mit alkoholischen Getränken vorgeschrieben sind. 13 bzw. 15 Mitgliedstaaten (je nach Getränkeart) verlangen auch Verbraucherinformationen zu Brennwert, Additiven, Vitaminen und Mikronährstoffen auf den Etiketten.