Neuer Bericht verdeutlicht Rückgang alkoholbedingter Todesfälle in der Russischen Föderation dank strenger Maßnahmen zur Bekämpfung des Alkoholkonsums

Aus einem neuen Bericht der WHO geht hervor, dass der deutliche Rückgang des Alkoholkonsums in der Russischen Föderation mit einem dramatischen Anstieg der Lebenserwartung in Verbindung gebracht wird. Er ist die Folge umfassender staatlicher Maßnahmen zur Bekämpfung des Alkoholkonsums seit 2003.

Der Bericht mit dem Titel „Fallstudie zur Wirkung der Alkoholpolitik: Auswirkungen der Bekämpfung des Alkoholmissbrauchs auf Mortalität und Lebenserwartung in der Russischen Föderation“ verdeutlicht, dass der jährliche Pro-Kopf-Konsum seit 2003 abnimmt und bis 2016 um 43% gefallen war, wobei der Rückgang des registrierten Konsums 40% und der des unregistrierten Konsums (Alkohol, der außerhalb staatlicher Kontrolle hergestellt und verkauft wurde) 48% betrug.

Dieser Trend geht mit einem Rückgang der Mortalität aufgrund aller Ursachen um 39% bei Männern und um 36% bei Frauen zwischen 2003 und 2018 einher, wobei die alkoholbedingten Todesfälle den stärksten Rückgang verzeichneten. Dank dieser Entwicklung hat die Lebenserwartung in der Russischen Föderation 2018 einen historischen Höchstwert erreicht: fast 68 Jahre für Männer und 78 Jahre für Frauen.

„Der dramatische Rückgang des Konsums selbst gebrannten, geschmuggelten und illegal produzierten Alkohols in der Russischen Föderation ist das Ergebnis der evidenzbasierten Alkoholpolitik der Regierung. Diese Ergebnisse verdeutlichen, dass Maßnahmen wie die Einführung von Kontrollsystemen, Preiserhöhungen und eine Beschränkung der Verfügbarkeit von Alkohol wirksam zur Rettung von Menschenleben und zu Kosteneinsparungen im Gesundheitssystem beitragen. Ich bin zuversichtlich, dass andere Länder in der Europäischen Region ähnliche Maßnahmen zum Schutz der Gesundheit ihrer Bürger ergreifen werden“, erklärte Dr. Carina Ferreira Borges, Leiterin des Programms „Alkohol und illegale Drogen“ beim WHO-Regionalbüro für Europa.

2011 unterstützte die Russische Föderation die Annahme des Europäischen Aktionsplans der WHO zur Verringerung des schädlichen Alkoholkonsums (2012–2020) und setzt seitdem viele der darin enthaltenen Empfehlungen um. So wurden eine Reihe von Interventionen, die von der WHO als wirksam oder kosteneffektiv empfohlen wurden, in den letzten Jahren eingeführt und durchgesetzt. Die Regierung:

  • hob schrittweise die Verbrauchssteuern auf Alkohol an;
  • führte schon 2003 einen Mindestpreis pro Einheit Wodka ein, der dann über die Jahre mehrfach angehoben wurde; ähnliche Maßnahmen wurden später auch auf andere alkoholische Getränke angewandt;
  • führte ein Echtzeit-Rückverfolgungssystem für Produktion und Verkauf von Alkohol ein;
  • führte landesweit ein umfassendes Nachtverkaufsverbot an Verkaufsstellen ohne Schankerlaubnis ein, wobei in manchen Regionen noch strengere Beschränkungen für die Verfügbarkeit von Alkohol gelten; ferner wurden strenge Bestimmungen in Bezug auf Alkoholwerbung und alkoholfreie öffentliche Räume eingeführt.

„Evidenzbasierte Interventionen, wie sie in der Russischen Föderation durchgeführt wurden, können einen Rückgang von Krankheits- und Todesfällen infolge nichtübertragbarer Krankheiten bewirken, was entscheidend zur Verwirklichung des Nachhaltigkeitsziels 3.4, einer Reduzierung der Zahl vorzeitiger Todesfälle aufgrund nichtübertragbarer Krankheiten um 33% bis 2030, beitragen kann“, sagte Dr. Bente Mikkelsen, Leiterin der Abteilung Nichtübertragbare Krankheiten und Gesundheitsförderung im gesamten Lebensverlauf beim WHO-Regionalbüro für Europa.