Entwicklung einer Strategie zur Bekämpfung bakterieller Resistenzen

Der Ständige Ausschuss des Regionalkomitees, des leitenden Organs der WHO in der Europäischen Region, hat ein Konzeptpapier über die Entwicklung einer Strategie zur Eindämmung der Resistenz gegen antibakterielle Wirkstoffe durch das Regionalbüro angenommen. Dies ist ein wichtiger Schritt zur Bewältigung einer wachsenden Bedrohung für die Gesundheit der Menschen in der Europäischen Region der WHO.

In den letzten 70 Jahren sind durch eine Reihe von Präventionsmaßnahmen wie den Einsatz antibakterieller Wirkstoffe (Antibiotika) zur Prävention bzw. Behandlung bakterieller Infektionen bahnbrechende Fortschritte bei der Bekämpfung von Infektionskrankheiten erzielt worden. Dennoch sind in den letzten Jahren Mikroben entstanden, die gegen bisher wirksame Medikamente resistent sind. Der übermäßige oder unzureichende Einsatz von Antibiotika bzw. ihr unsachgemäßer Gebrauch haben zu einer Zunahme bestehender und zur Entstehung neuer Resistenzmechanismen geführt.

Die zunehmende Verwendung von Antibiotika in der Lebensmittelindustrie kann zur Entstehung weiterer resistenter Bakterien und Gene führen, die die menschliche Gesundheit bedrohen. In der Europäischen Union sterben jedes Jahr ca. 25 000 Menschen an einer Infektion mit solchen Bakterien. Für die Europäische Region der WHO spielen multiresistente Tuberkulose oder MDR-Tb (d. h. Resistenz gegen die verbreitetsten Erstrang-Antituberkulotika Isoniazid und Rifampicin) und extensiv resistente Tuberkulose oder XDR-Tb (d. h. Resistenz gegen Erst- und Zweitrangmedikamente) eine besonders wichtige Rolle.

Veranstaltungen zum Thema mikrobielle Resistenz

Die WHO hat mikrobielle und bakterielle Resistenz zum Thema des Weltgesundheitstages am 7. April 2011 gemacht. Dieser gibt der Europäischen Kommission, dem Europäischen Forum der Ärzteverbände und anderen Partnern der WHO Gelegenheit, sich mit dieser wichtigen Thematik auseinanderzusetzen. Das Europäischen Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) veranstaltet jährlich am 18. November den Europäischen Antibiotikatag, um Öffentlichkeit und Fachwelt über einen wirksamen Einsatz von Antibiotika sowie über mit ihrer Verwendung verbundene Risiken zu informieren.

Ständiger Ausschuss

Der Ständige Ausschuss des Regionalkomitees (SCRC), ein Unterausschuss des WHO-Regionalkomitees für Europa, vertritt dieses im Zeitraum zwischen dessen jährlichen Tagungen und handelt in seinem Namen. Im SCRC sitzen die Vertreter von insgesamt zwölf Mitgliedstaaten; jedes Mitglied wird vom Regionalkomitee für eine dreijährige Amtszeit gewählt.