Europäischer Antibiotikatag 2013: Jeder trägt Verantwortung

Die sich überall in der Europäischen Region der WHO auswirkenden Antibiotikaresistenzen werden durch einen teils übersteigerten, teils unzureichenden, teils falschen Einsatz der Antibiotika weiter befördert. Auch wenn schon versucht wurde, den uneingeschränkten Verbrauch zu bekämpfen, so gibt es in zu vielen Ländern noch keine Regeln für den Gebrauch von Antibiotika oder sie werden nicht angewendet, so werden gesunden Tieren immer noch Antibiotika als Wachstum förderndes und Krankheit verhinderndes Mittel verabreicht und so wird aus kommerziellen Interessen heraus unverantwortliche Werbung für Antibiotika betrieben.  In zu vielen Ländern lassen sich Antibiotika ohne Rezept kaufen und nach eigenem Gutdünken anwenden.  Manchmal verschreiben aber auch Ärzte zu leichtfertig oder gänzlich unnötig Antibiotika zur Behandlung viraler Infekte wie Grippe und Erkältung, obwohl Antibiotika hiergegen unwirksam sind.

Epidemiologische Überwachung als Grundlage evidenzbasierter Maßnahmen

Die Kartierung von Antibiotikagebrauch und -resistenzen ist ein zentraler Aspekt des Strategischen Aktionsplans zur Bekämpfung von Antibiotikaresistenzen in der Europäischen Region, der 2011 von allen Mitgliedstaaten in der Europäischen Region unterstützt wurde.

Einem neuen Netz für die epidemiologische Überwachung in Zentralasien und Osteuropa (kurz CAESAR für Central Asian and Eastern European Surveillance of Antimicrobial Resistance), das 2012 seine Arbeit aufnahm, gehören zwölf Länder von außerhalb der Europäischen Union an. Da diese Länder unterschiedliche Voraussetzungen für die epidemiologische Überwachung von Antibiotikaresistenzen mit sich bringen, haben das Regionalbüro und seine Partner angeboten, mit der Einrichtung, Stärkung und Abstimmung ihrer Systeme behilflich zu sein. Der erste Jahresbericht des CAESAR wird voraussichtlich Ende 2014 erscheinen.

CAESAR ergänzt die in den EU-Staaten über das Europäische Netzwerk zur Überwachung von Resistenzen gegen antimikrobielle Wirkstoffe (EARS-NET) durchgeführte Arbeit des Europäischen Zentrums für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC). Ein vereinheitlichtes und abgestimmtes Surveillance-Netzwerk in allen Ländern der Europäischen Region ist von entscheidender Bedeutung für den Schutz der Gesundheit vor einer grenzüberschreitenden Bedrohung durch antimikrobielle Resistenzen.

Daneben hat sich das Regionalbüro gemeinsam mit der Universität Antwerpen (Belgien) darum bemüht, ein Netz für die Datenerhebung zum Konsum antimikrobieller Mittel in Ländern zu schaffen, die nicht am Europäischen Netzwerk zur Überwachung des Verbrauchs antimikrobieller Mittel (ESAC-Net) beteiligt sind. Nach einer Reihe von Workshops sind 13 Länder der Region nun in der Lage, ihre Verbrauchsdaten selbst zu erheben und zu untersuchen, und werden diese bald international veröffentlichen. Diese Arbeit erfolgt in enger Zusammenarbeit mit dem ECDC, um eine Komparabilität und Kompatibilität der durch das ESAC-Net erhobenen Daten zu gewährleisten.