Ergebnisse der gemeinsamen Tagung von FAO und WHO zu Pestizidrückständen

Sachverständige für die Risikobewertung von Pestizidrückständen kamen vom 9. bis 13. Mai in Genf zusammen, um Gesundheitsrisiken für den Menschen aus dem Verzehr von Lebensmitteln mit Rückständen an Glyphosat, Diazinon und Malathion neu zu bewerten. Vergleichbare Bewertungen waren von dieser Gruppe zuvor in den Jahren 2011, 2006 und 2003 durchgeführt worden.

Im März 2015 hatte das Internationale Krebsforschungszentrum (IARC) Glyphosat, Malathion und Diazinon als „wahrscheinlich karzinogen für den Menschen" klassifiziert.

Wissenschaftliche Studien zu möglichen Gesundheitsfolgen gefährlicher Chemikalien, zum Beispiel Pestizide, sind die Grundlage einer Klassifizierung als karzinogen (kann Krebs verursachen), neurotoxisch (kann Gehirnschäden verursachen) oder teratogen (kann den Embryo schädigen). Die Klassifizierung der Gefahren ist aber nur der erste Schritt zur Bewertung des Gesamtrisikos, die auch Dosis, Umfang und Art der Belastung berücksichtigt, also etwa die besondere Gefährdung durch Einnahme, Inhalation oder Injektion.

Bei ihrer Bewertung der mit Pestizidrückständen in Lebensmitteln verknüpften Gesundheitsrisiken nahm die Tagung im Mai 2016 auch die Klassifizierung des IARC zu Glyphosat, Malathion und Diazinon zur Kenntnis und prüfte die Ergebnisse einer großen Anzahl von Studien zur Genotoxizität. Die Tagung gelangte zu der Schlussfolgerung: 

  • dass das Breitbandherbizid Glyphosat wahrscheinlich nicht über die Ernährung zu einem Krebsrisiko für den Menschen wird,
  • dass das zur Schädlingsbekämpfung in Landwirtschaft und Lagerung eingesetzte Insektizid Malathion wahrscheinlich nicht über die Ernährung zu einem Krebsrisiko für den Menschen wird,
  • dass das Insektizid Diazinon wahrscheinlich nicht über die Ernährung zu einem Krebsrisiko für den Menschen wird.