Neue Datenbank für die Europäische Region über Ernährung, Adipositas und Bewegung

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Das Regionalbüro für Europa dokumentiert Konzepte im Bereich von Ernährung, körperlicher Betätigung und Adipositas in der gesamten Europäischen Region der WHO in einer neuen Datenbank. Dies soll Entscheidungsträger und Fachleute in ihrer Arbeit gegen die zunehmende Verbreitung nichtübertragbarer Krankheiten.

Nichtübertragbare Krankheiten stellen heute die größte Bedrohung für die öffentliche Gesundheit in der Europäischen Region der WHO dar. Bewegungsmangel und schlechte Ernährung sind zusätzliche Risikofaktoren für viele davon, etwa für Herzkrankheiten, Schlaganfälle, Diabetes, Krebs und psychische Störungen. Der 21. Mai 2011 ist in der Europäischen Region der Tag gegen Adipositas.

Die Datenbank für Ernährung, Adipositas und körperliche Betätigung (NOPA) wurde in enger Zusammenarbeit mit Gesundheitsministerien und mit Hilfe der Europäischen Kommission geschaffen. Sie enthält Einzelheiten über mehr als 300 nationale und subnationale Strategien aus der Region, die Ernährung, körperliche Betätigung oder Adipositas thematisieren. Die meisten dieser Grundsatzdokumente wurden in den vergangenen sechs Jahren entwickelt und beziehen sich auf geänderte Trends des Bevölkerungswachstums sowie auf geänderte Lebensweisen, wie den erhöhten Verzehr industriell hergestellter Lebensmittel mit hohem Fett- und Zuckergehalt bzw. das gesunkene Ausmaß an körperlicher Betätigung.

Länder zur Bekämpfung der Adipositas entschlossen

Die Ansprechpartner von WHO und EU sowie die WHO-Kontaktpersonen für Ernährung haben messbare Indikatoren für Politikgestaltung festgelegt und Fortschritte auf nationaler Ebene gemäß den Verpflichtungen aus der Europäischen Charta zur Bekämpfung der Adipositas und dem Aktionsplan Nahrung und Ernährung 2007–2012 beobachtet. Die Einträge betreffen erste Erkenntnisse dazu, in welchem Umfang die Europäische Region dazu entschlossen ist, der Adipositas-Epidemie entgegenzuwirken und den Aktionspunkten aus der Charta nachzukommen.

Infolge der Dokumente in NOPA wollen 28 Länder im Schulbereich für körperliche Betätigung arbeiten und elf Länder wollen eine geeignete Lebensmittelkennzeichnung thematisieren; dagegen werden sich lediglich neun mit der angemessenen Vermarktung von Lebensmitteln befassen.

Sektorübergreifende Strategien entwickeln

Die Mitwirkung mehrerer nationaler Einrichtungen – insbesondere der Gesundheits- und Landwirtschaftsministerien sowie der Bereiche Sport, Umwelt, Bildung und Verkehr – zeigt die Notwendigkeit eines komplexen Dialogs zwischen unterschiedlichen und manchmal entgegengesetzten Interessen.

Jedes genannte Grundsatzdokument wurde auf Indikatoren aus den folgenden internationalen Rahmenkonzepten hin überprüft:

  • der Europäischen Charta zur Bekämpfung der Adipositas,
  • dem Europäischen Aktionsplan Nahrung und Ernährung der WHO 2007–2012
  • dem Weißbuch Ernährung, Übergewicht, Adipositas: Eine Strategie für Europa der Europäischen Kommission.

NOPA ist das Ergebnis eines gemeinsamen Projektes von WHO und EU-Kommission für die Überwachung von Fortschritten bei der Verbesserung des Ernährungs- und Bewegungsverhaltens und bei der Prävention von Adipositas in der Europäischen Union. Das Regionalbüro für Europa hofft, dass die Datenbank Politiker dazu anregen wird, Lücken und Notwendigkeiten in der Datenerhebung und der konzeptionellen Entwicklung zu benennen, und dass sie positive Folgen für den Kampf gegen die Adipositas haben wird.

Neben Informationen über die Grundsatzpapiere der Länder wird NOPA im Laufe des Jahres 2011 auch Befragungsergebnisse der Initiative zur Überwachung von Adipositas im Kindesalter, Daten über Strategieumsetzung und beispielhafte Praktiken, Programme und Interventionen im Bereich von Nahrung, Ernährung, körperlicher Betätigung und Prävention von Adipositas enthalten.