Neue Untersuchungen über Straßenessen in Kirgisistan und Tadschikistan belegen alarmierenden Gehalt an Transfetten und Salz

WHO

“We eat everything, and the main condition is that it should be quick and filling to keep us full for a longer time,” explains this group of friends when asked why they choose street food.

Jüngste Untersuchungen der WHO in Kirgisistan und Tadschikistan kamen zu dem Ergebnis, dass das in diesen Ländern üblicherweise auf der Straße verkaufte Essen einen hohen Gehalt an Transfetten und Salz aufweist. Der regelmäßige Konsum von überhöhten Mengen Salz und Transfetten erhöht die Gefahr der Entstehung nichtübertragbarer Krankheiten wie koronare Herzkrankheit, Bluthochdruck und Schlaganfall.

Straßenessen ist von großem Nutzen für die Gesellschaft, da es dazu beiträgt, der traditionellen Küche ihren Platz zu sichern, und oft die gesunden Bestandteile der Ernährung wie ballaststoffreiches Obst und Gemüse liefert. Doch die in jüngster Zeit veröffentlichten Berichte ergaben, dass manche der in den beiden Ländern untersuchten Gerichte pro Portion bis zu 124,5% der empfohlenen täglichen Höchstmenge an Salz und andere bis zu 170% der täglichen Höchstmenge an Transfetten enthielten.

Diese Ergebnisse gelten sowohl für traditionelle Gerichte, die auf Märkten direkt zubereitet werden, als auch für verarbeitete Lebensmittel, die häufig auf der Straße verkauft werden.

Erste derartige Untersuchung ergibt besorgniserregende Nährwertanalyse für Straßenessen

Straßenessen spielt eine einzigartig wichtige Rolle in der Esskultur vieler Länder Osteuropas und Zentralasiens. Die informell auf der Straße und auf Märkten angebotenen Mahlzeiten sind meist günstig und praktisch und machen für viele Menschen einen wesentlichen Bestandteil der täglichen Ernährung aus. Doch es gibt noch sehr wenige Untersuchungen über solche Mahlzeiten. Bisherige Untersuchungen befassten sich meist eher mit dem Aspekt der Lebensmittelsicherheit als mit dem Nährwert.

Das Projekt FEEDCities des WHO-Regionalbüros für Europa soll nun diese Lücke ausfüllen, indem es Daten über die Verfügbarkeit und Zusammensetzung von Mahlzeiten im städtischen Umfeld liefert und speziell den Gehalt an Transfetten und Salz ins Visier nimmt. In vielen der untersuchten Länder werden solche Daten zum ersten Mal erhoben.

Die Berichte über Kirgisistan und Tadschikistan unterstreichen die Notwendigkeit von Konzepten zur Verbesserung des Nährwerts von Straßenessen, um der epidemieartigen Ausbreitung ernährungsbedingter nichtübertragbarer Krankheiten entgegenzuwirken.

Die WHO wird zusammen mit diesen und anderen Ländern darauf hinarbeiten, die erhaltenen Befunde zu interpretieren und Empfehlungen für geeignete Maßnahmen zur Minimierung der negativen gesundheitlichen Auswirkungen der auf Straßen und Märkten in Zentralasien, der Kaukasusregion und Südosteuropa angebotenen Mahlzeiten auszuarbeiten.

Erforschung des städtischen Ernährungsumfelds zur Bekämpfung nichtübertragbarer Krankheiten

Die zunehmende Urbanisierung und die Globalisierung verarbeiteter Lebensmittel haben weltweit eine Veränderung der Ernährungsgewohnheiten bewirkt und gleichzeitig zu einem Anstieg des Konsums verarbeiteter Lebensmittel mit hoher Energiedichte und hohem Fett-, Zucker- und Salzgehalt geführt.

FEEDCities ist eine aktuell vom WHO-Regionalbüro für Europa koordinierte länderübergreifende Initiative, die sich zum Ziel gesetzt hat, das Ernährungsumfeld von Städten in Zentralasien, Südosteuropa und der Kaukasusregion zu erforschen. Bisher wurde die Arbeit in sechs Ländern abgeschlossen: in Bosnien und Herzegowina, Kasachstan, Kirgisistan, der Republik Moldau, Tadschikistan und Turkmenistan. Die Ergebnisse aus Kirgisistan und Tadschikistan werden als erste veröffentlicht.