Umfassender Ansatz zur Eindämmung des Tabakkonsums zeigt in der Russischen Föderation Wirkung

WHO

Ein umfassender Ansatz zur Eindämmung des Tabakkonsums half der Regierung der Russischen Föderation, in nur sieben Jahren die Zahl der Raucher drastisch zu reduzieren.

Der WHO zufolge ist zwischen 2009 und 2016 der Tabakverkauf um 30% zurückgegangen und die Zahl der Raucher um 21% gesunken. Der Bericht über das umfassende Vorgehen der Russischen Föderation hierfür schildert die Initiativen und den Politikwechsel, die den Erfolg möglich machten.

Zu Beginn des 21. Jahrhunderts zählte die Russische Föderation zu den Ländern mit der höchsten Prävalenz des Rauchens in der Welt. Fast 40% der Erwachsenenbevölkerung konsumierten Tabak auf die eine oder andere Weise. Das Land erlebte damals, wie immer mehr Jugendliche und Frauen begannen regelmäßig zu rauchen.
Angesichts dieser Ausgangslage entschloss sich die Regierung dem Einsatz der WHO zu folgen, ratifizierte 2008 das Rahmenübereinkommen der WHO zur Eindämmung des Tabakgebrauchs und setzte eine Reihe von Maßnahmen gegen den Tabak um.

Ein breiter Ansatz

2013 verabschiedete die Russische Föderation das Gesetz 15 FZ, das einige der schärfsten Bestimmungen weltweit gegen Tabak enthält, und konnte schon 2014 einen signifikanten Rückgang im Verkauf von Tabakerzeugnissen verzeichnen.

Das Gesetzt sieht vor:

  • ein komplettes Rauchverbot an öffentlichen Plätzen, auch in der Nähe von medizinischen Institutionen, Bildungs- und Sportstätten sowie kulturellen Einrichtungen,
  • ein Verkaufsverbot für Schnupf- und Kautabak,
  • ein komplettes Werbe-, Kampagne- und Sponsoringverbot für Tabakerzeugnisse,
  • die jährliche Verteuerung der Tabakerzeugnisse.

Gesetz 15 FZ entspricht dem Geist des rechtsverbindlichen Rahmenübereinkommens, das von 181 Ländern weltweit ratifiziert wurde.

Steuern könnten 11 Millionen Menschenleben retten

Die Erhöhung der Tabaksteuern verringert den Tabakkonsum bekanntermaßen schneller als jede andere Einzelmaßnahme. Nach Schätzungen der WHO würde eine allgemeine Erhöhung der Tabaksteuer um 50% die Zahl der Raucher weltweit um 49 Millionen verringern und so für mindestens 11 Millionen Menschen den Rauchertod abwenden.

Die WHO empfiehlt daher eine stärkere Besteuerung als zentrales Element im Vorgehen gegen den Tabakkonsum. Die Anhebung der Steuern verringert (zusammen mit anderen Maßnahmen) nicht nur den Verkauf und Verbrauch von Tabak deutlich, sie führt auch zu erheblichen Mehreinnahmen des Staates.

Tabakeindämmung Teil einer nachhaltigen Zukunft

Die Russische Föderation ist nicht das einzige Land, das seinen Einsatz gegen den Tabakkonsum und die durch ihn bedingten Erkrankungen auf dem Rahmenübereinkommen aufbaut.

2015 stellten die Vereinten Nationen 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDG) auf, die bis 2030 erreicht werden sollen. SDG-Zielvorgabe 3.4 bezweckt die Reduktion vorzeitiger Todesfälle aufgrund nichtübertragbarer Krankheiten, wie sie etwa durch Rauchen verursacht werden, um ein Drittel. Zielvorgabe 3a verpflichtet die Länder ausdrücklich dazu, für den Kampf gegen die nichtübertragbaren Krankheiten die Umsetzung des Rahmenübereinkommens zu intensivieren.

Die Einbeziehung der Bekämpfung des Tabakkonsums und der Umsetzung des Rahmenübereinkommens in eine zentrale Zielvorgabe der SDG zeugt von dem Ausmaß der Epidemie des Rauchens. Sie zeigt auch, dass alle Länder die Eindämmung des Tabakgebrauchs priorisieren und für die Umsetzung überzeugender Maßnahmen kämpfen sollten.