Zunehmende bereichsübergreifende Maßnahmen zur Bewegungsförderung in der EU

WHO/Tatiana Vorovchenko

Ergebnisse der jüngsten WHO-Studie zum Bewegungsverhalten in den Mitgliedstaaten der Europäischen Union zeigen, dass zwischen 2015 und 2018 auf nationaler Ebene zunehmend konzeptionelle Maßnahmen zur Bewegungsförderung ergriffen wurden, insbesondere im Rahmen von Programmen zur verstärkten Bewegungsförderung durch Gesundheitsfachkräfte sowie von Plänen zur Steigerung der körperlichen Betätigung unter jungen Menschen vor, während und nach der Schule.

Die Ergebnisse werden in Faktenblättern zur körperlichen Betätigung gesammelt, die vom WHO-Regionalbüro für Europa gemeinsam mit der Europäischen Kommission veröffentlicht werden. Diese Faktenblätter bieten einen aktuellen Überblick über die Epidemiologie von Bewegungsmangel, die nationalen Handlungskonzepte und die vorhandenen Systeme zur Überwachung und Surveillance in der gesamten Europäischen Region der WHO.

Neben den länderspezifischen Faktenblättern wurden nun erstmals Faktenblätter erstellt, die einen Überblick über die Bewegungsförderung im Bildungs- und Gesundheitswesen bieten. Diese neuen Faktenblätter vermitteln eine Vorstellung von den in diesen Bereichen auf nationaler und subnationaler Ebene ergriffenen Maßnahmen und bieten eine Sammlung bewährter Praktiken aus der gesamten Region. Sie können als Inspiration für Politiker, Fachleute und Forscher in der gesamten EU in Bezug auf die Ausweitung der Maßnahmen dienen.

Die Publikationen dienen den Mitgliedstaaten als Orientierungshilfe, um vermehrt Maßnahmen der Bewegungsförderung in vernachlässigten Bereichen zu ergreifen, tragen zur Stärkung von Netzwerken sowohl innerhalb der Länder als auch zwischen den Ländern bei und ermöglichen den Austausch über bewährte Praktiken zur Reduzierung des Bewegungsmangels und sitzender Verhaltensweisen. Ressortübergreifende Handlungskonzepte können Bewegung etwa durch vermehrtes Gehen oder Fahrradfahren, eine aktive Freizeitgestaltung sowie Sport und Spiel fördern und so zur Verwirklichung einer Vielzahl der Ziele für nachhaltige Entwicklung beitragen, die in der Erklärung von Bangkok über Bewegungsförderung für globale Gesundheit und nachhaltige Entwicklung aus dem Jahr 2016 erwähnt wurden.

Tibor Navracsics, EU-Kommissar für Bildung, Kultur, Jugend und Sport, erklärte hierzu: „Mehr Informationen und bessere Daten zu Bewegungsverhalten und Förderungsstrategien sind entscheidend, um die Handlungskonzepte durch Evidenz zu untermauern. Diese neuen länderspezifischen Faktenblätter zur körperlichen Betätigung sind das Ergebnis der ausgezeichneten Kooperation zwischen WHO, Europäischer Kommission und den Mitgliedstaaten der EU und sorgen dafür, dass Politiker aller Ebenen sich auf die gesicherten Erkenntnisse verlassen können, die erforderlich sind, um mehr Menschen zu einem aktiveren Leben zu bewegen.“