Vier Länder veröffentlichen Daten zur Belastung durch Passivrauch

Die vier Länder aus der Europäischen Region, in denen der Global Adult Tobacco Survey (GATS – dt.: Globale Erhebung zum Tabakkonsum von Erwachsenen) durchgeführt wurde (Polen, Russische Föderation, Türkei und Ukraine), haben inzwischen ihre Daten veröffentlicht. Damit ist die Phase I von GATS in sämtlichen der weltweit an der Erhebung beteiligten 14 Länder abgeschlossen.

Zu den wichtigsten Ergebnissen der Studie zählt, dass die Exposition von Nichtrauchern gegenüber Passivrauch in der Gastronomie, am Arbeitsplatz und zuhause besorgniserregend hoch ist. Durch Konzepte, die die Menschen dazu ermutigen, ihre Wohnungen freiwillig rauchfrei zu halten, könnte die Belastung von Kindern und erwachsenen Nichtrauchern durch Passivrauch signifikant gesenkt werden (auch wenn sich auf Freiwilligkeit beruhende Konzepte für öffentliche Orte als äußerst unwirksam erwiesen haben). GATS ist darauf ausgerichtet, nationale und subnationale Schätzungen zu Themen wie der Exposition von Erwachsenen gegenüber Passivrauch zu erhalten, die der Politik ein hochgradig wirksames Instrument an die Hand geben.

Rechte von Nichtrauchern

Die 46 Mitgliedstaaten aus der Europäischen Region, die Vertragsparteien des Rahmenübereinkommens der WHO zur Eindämmung des Tabakgebrauchs (FCTC) sind, und die Europäische Gemeinschaft erkennen an, dass es „kein unbedenkliches Niveau der Belastung durch Tabakrauch in der Umgebungsluft“ gibt. Wissenschaftliche Erkenntnisse belegen eindeutig, dass dieser Rauch Krankheit, Invalidität und Todesfälle verursacht.

In der Europäischen Region der WHO war Passivrauch nach Schätzungen für das Jahr 2004 für ca. 172 300 vorzeitige Todesfälle und den Verlust von 1,4 Mio. um Behinderung bereinigten Lebensjahren (DALY) verantwortlich. Durch Exposition gegenüber Passivrauch in der Wohnung oder am Arbeitsplatz erhöht sich für Nichtraucher das Risiko einer Herzkrankheit um mehr als 20%, das Lungenkrebsrisiko sogar um 20% bis 30%. Bisher gibt es in nur vier Ländern in der Region (Griechenland, Irland, Türkei, Vereinigtes Königreich) umfassende gesetzliche Rauchverbote, und diese Gesetze werden noch nicht von allen Gerichten mit Nachdruck durchgesetzt.

In Bezug auf die Belastung durch Passivrauch gibt es beträchtliche Unterschiede zwischen den sechs WHO-Regionen, aber auch innerhalb der Regionen. So beträgt etwa in der Region Afrika die Quote für Männer zwischen 4% und 7% und für Frauen zwischen 9% und 11%, in der Europäischen Region dagegen zwischen 35% und 66% für Männer und zwischen 32% und 66% für Frauen.
Vor kurzem wurden in einer Analyse die drei Teilregionen der Europäischen Region der WHO verglichen. Dabei zeigte sich, dass der Anteil der Erwachsenen, die Passivrauch ausgesetzt waren, in der Teilregion A, zu der überwiegend EU-Staaten gehören, signifikant niedriger lag. Auch wenn anhand der Daten aus dem Global Youth Tobacco Survey ein ähnlicher Trend für Kinder festzustellen war, so waren hier die Unterschiede doch weniger ausgeprägt als unter den Erwachsenen. In den drei Teilregionen waren folgende Anteile der Männer, Frauen und Kinder Passivrauch ausgesetzt:

  • A – 35%, 32% bzw. 51%
  • B – 52%, 54% bzw. 56%
  • C – 66%, 66% bzw. 61%.

Aus der Analyse gehen hinsichtlich der Krankheitslast infolge von Passivrauch auch eindeutige alters- und geschlechtsbedingte Ungleichheiten hervor. So lag bei Frauen die Mortalität am höchsten, während Kinder in Bezug auf Krankheit und Lebensqualität am stärksten betroffen waren: 61% aller weltweiten DALY-Verluste entfielen auf Kinder.

Zur Teilregion A gehören: Andorra, Belgien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Island, Israel, Italien, Kroatien, Luxemburg, Malta, Monaco, Niederlande, Norwegen, Österreich, Portugal, San Marino, Schweden, Schweiz, Slowenien, Spanien, Tschechische Republik, Vereinigtes Königreich und Zypern.

Zur Teilregion B gehören: Albanien, Armenien, Aserbaidschan, Bosnien und Herzegowina, Bulgarien, ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien, Georgien, Kirgisistan, Montenegro, Polen, Rumänien, Serbien, Slowakei, Tadschikistan, Türkei, Turkmenistan und Usbekistan.

Zur Teilregion C gehören: Belarus, Estland, Kasachstan, Lettland, Litauen, Republik Moldau, Russische Föderation, Ungarn und Ukraine.