Tabakkonsum weltweit rückläufig, doch Rückgang bleibt hinter gesteckten Zielen zurück

WHO

Trotz einer weltweit rückläufigen Tendenz werden die Länder die von der WHO festgelegte globale Zielvorgabe einer Reduzierung des Tabakkonsums um 30% bis 2025 wohl verfehlen. Darüber hinaus wird voraussichtlich in fünf Jahren die Europäische Region insgesamt eine höhere Raucherquote haben als alle anderen Regionen der WHO.

Diese Befunde sind in der dritten Ausgabe des Berichts der WHO über weltweite Trends beim Tabakkonsum nachzulesen, aus dem hervorgeht, dass die Zahl der Raucher weltweit seit 2000 um etwa 60 Mio. zurückgegangen ist. Der Bericht verdeutlicht, dass die Zahl der männlichen Raucher nicht mehr zunimmt und laut Prognosen 2020 erstmals um 1 Mio. und bis 2025 um 5 Mio. zurückgehen wird.

Trotz dieses prognostizierten Rückgangs ist das Rauchen unter Männern nach wie vor wesentlich verbreiteter als unter Frauen.

Der Globale Aktionsplan der WHO zur Prävention und Bekämpfung nichtübertragbarer Krankheiten (2013–2020) beinhaltet die Zielvorgabe, bis 2025 gegenüber dem Bezugsjahr 2010 eine Reduzierung der globalen Prävalenz des Tabakkonsums (sowohl zum Rauchen bestimmte als auch rauchfreie Tabakerzeugnisse) um 30% zu erreichen.

Europäische Region im Mittelpunkt

Der weltweite Rückgang des Tabakkonsums ist vor allem durch die rückläufige Zahl von Raucherinnen bedingt. Doch die Frauen in der Europäischen Region rauchen häufiger als ihre Geschlechtsgenossinnen in den anderen WHO-Regionen – ein besorgniserregender Trend. Darüber hinaus sind in vielen Ländern die Raucherquoten unter jungen Frauen höher als unter älteren Frauen.

Es wird erwartet, dass nur sechs Länder in der Europäischen Region bis 2025 das Ziel einer Reduzierung um 30% erreichen; dennoch verzeichnen dem Bericht zufolge viele Länder einen Rückgang des Tabakkonsums.

Erhöhte Anstrengungen

Der Rückgang des Tabakkonsums verdeutlicht, wie ein energischeres staatliches Vorgehen gegen die Tabakindustrie dazu beitragen kann, die Bevölkerung zu schützen, Menschenleben zu retten und durch Tabak bedingte gesundheitliche Leiden zu verhindern. Es macht eine Umsetzung des Rahmenübereinkommens der WHO zur Eindämmung des Tabakgebrauchs erforderlich, eines internationalen Vertrags, der der Bekämpfung der weltweiten Tabakepidemie dient. Das Tabakrahmenübereinkommen der WHO trat 2005 in Kraft.

Um die darin enthaltenen Zielvorgaben zu erfüllen, müssen alle Länder die Bekämpfung des Tabakkonsums forcieren, indem sie das Rahmenübereinkommen in seiner Gesamtheit umsetzen. Bisher haben erst zwei Länder sämtliche der wirksamsten Maßnahmen zur Senkung der Nachfrage nach Tabakwaren eingeführt, und in 45 Ländern weltweit bestehen nach wie vor erhebliche Lücken in Bezug auf Erfolgskontrolle.