Der Impfstoff Pandemrix und ein erhöhtes Narkolepsierisiko

Das Nationale Institut für Gesundheit und Soziales in Finnland veröffentlichte am 1. Februar 2011 eine Erklärung, in der es auf ein erhöhtes Narkolepsierisiko für Kinder und Jugendliche bei einer Impfung mit Pandemrix®, einem von GlaxoSmithKline hergestellten adjuvantierten Impfstoff gegen die pandemische Influenza A/H1N1 2009, hinwies.

Nach Unterrichtung durch die nationale Sonderarbeitsgruppe Narkolepsie kommt das Institut zu dem Fazit, dass für Geimpfte in der Altersgruppe zwischen 4 und 19 Jahren gegenüber Ungeimpften ein neunfach erhöhtes Narkolepsierisiko besteht. Das Institut ist der Ansicht, Pandemrix® habe wahrscheinlich zu dieser beobachteten Zunahme beigetragen, weist aber auch darauf hin, dass andere relevante Faktoren untersucht werden müssen, die ebenfalls mit einem erhöhten Narkolepsierisiko in Verbindung gebracht werden. Der abschließende Bericht der Sonderarbeitsgruppe soll am 31. August 2011 vorliegen.

Der Impfstoff Pandemrix® wurde während der Grippesaison 2009/2010 in weltweit 38 Ländern eingesetzt. Ein Anstieg der Zahl der Narkolepsiefälle wurde bisher in Finnland, Island und Schweden beobachtet.

Die Problematik einer erhöhten Narkolepsierate wurde in Verbindung mit dem Einsatz anderer Impfstoffe gegen pandemische Influenza A/H1N1 2009 oder saisonale Influenza oder anderer adjuvantierter Impfstoffe im Rahmen von Impfprogrammen für Kinder bislang nicht thematisiert.

Der Globale Beratende Ausschuss der WHO für Impfstoffsicherheit (GACVS) prüft sämtliche verfügbaren Daten aus Berichten über erhöhte Narkolepsieraten und wird in wenigen Tagen auf seiner Website eine Erklärung abgeben.

Auch die WHO hält eine weitere Untersuchung dieser Frage für notwendig. Das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) führt in Zusammenarbeit mit einer Reihe von Mitgliedstaaten der Europäischen Union eine gemeinsame epidemiologische Studie zur Problematik von Narkolepsie in Verbindung mit Pandemie-Impfstoffen durch.
Die Empfehlungen für den Einsatz von Influenza-Impfstoffen bei Kindern und Jugendlichen in der Grippesaison 2010/2011 bleiben unverändert.

Die WHO wurde durch Berichte über Fälle von Narkolepsie infolge einer Impfung mit Pandemrix® in Finnland und Schweden im August 2010 erstmals auf die Problematik aufmerksam. Daraufhin beschloss die Organisation, die Situation im Zuge der Verfügbarkeit neuer Daten über den GACVS zu verfolgen. Weitere aktuelle Lageberichte folgen, sobald neue Informationen vorliegen und ausgewertet sind.