WHO und ECDC empfehlen Rumänien sofortige Wiederaufnahme des BCG-Impfprogramms gegen Tuberkulose

WHO/Cristiana Salvi

Mitglieder der Delegation sichten das Impfverzeichnis der Neugeborenenstation des Bucur-Krankenhauses in Bukarest. Foto: Regionalbüro für Europa/Cristiana Salvi

Nach einer gemeinsamen Mission von Regionalbüro und Europäischem Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) nach Rumänien wird dem Land die sofortige Wiederaufnahme von Impfungen mit dem Bacillus Calmette-Guérin (BCG) gegen Tuberkulose empfohlen.

Das Gesundheitsministerium hatte die BCG-Impfung am 22. November vorsichtshalber ausgesetzt, nachdem eine Zunahme vergrößerter Lymphknoten bei Kindern beobachtet worden war, die mit einem Impfstoff des staatlichen dänischen Seruminstituts geimpft worden waren.

Das BCG-Impfprogramm wird nun unter Berücksichtigung folgender Empfehlungen, die aus dem Besuch resultieren, wieder aufgenommen: 

  • Ausbau des Risikomanagements, etwa durch Leitlinien zur Verabreichung des Impfstoffs, Beobachtung der Impflinge und Behandlung im Falle unerwünschter Ereignisse,
  • verstärkte Beobachtung zur frühen Aufdeckung unerwünschter Ereignisse und ggf. schnelle Ergreifung geeigneter Gegenmaßnahmen,
  • Erstellung eines Plans für die Kommunikation mit den Mitarbeitern des Gesundheitswesens und mit der Öffentlichkeit.

Im vergangenen Jahrzehnt hat Rumänien die Zahl der Tuberkulosefälle unter Kindern bis zum Alter von 14 Jahren mit Hilfe der BCG-Impfung halbiert. Umgerechnet auf eine Million Kinder im Alter von zu fünf Jahren können durch die BCG-Impfung jeweils über 350 schwere Tuberkuloseerkrankungen abgewendet werden.

Die Mission

Die vom Gesundheitsminister angeforderte gemeinsame Mission von WHO und ECDC in Rumänien begann am 26. November mit dem Besuch eines Teams aus Spezialisten für die Bereiche Impfungen, Impfsicherheit, Tuberkulose und Kommunikation. Das Team bewertete die Sicherheit des verwendeten BCG-Impfstoffs und untersuchte die beobachteten unerwünschten Ereignisse.

Im Laufe der viertägigen Untersuchung sprach das Team mit staatlichen Behörden, Fachleuten und Gesundheitspersonal und es besuchte die Neugeborenenstation sowie die Tuberkuloseabteilung des Krankenhauses. Es untersuchte:

  • Die Sicherheit des BCG-Impfstoffs
  • die Impfstoffverabreichung in der Praxis
  • Schwere, Häufigkeit und Behandlung der Reaktionen auf den Impfstoff,
  • die öffentliche Meinung zum BCG-Impfstoff.

Es gelangte zu der Schlussfolgerung, dass eine Wiederaufnahme der Impfungen von Säuglingen mit dem BCG-SSI-Stamm sowohl sicher als auch dringend geboten ist.

Der BCG-SSI-Stamm wird schon seit 1931 zur Prävention gegen Tuberkulose eingesetzt und wird weltweit vertrieben. Er ist in 46 Ländern zugelassen und wurde von der WHO präqualifiziert.

Das Regionalbüro und das ECDC bieten Rumänien weitere Hilfe an, insbesondere was die Überarbeitung und Umsetzung eines nationalen Protokolls betrifft, das die Handhabung unerwünschter Ereignisse nach einer Impfung mit dem BCG-Impfstoff regelt.