Masern auf dem Rückzug, doch große Rötelnausbrüche in zwei Ländern der Europäischen Region: Epidemiologischer Überblick für 2012

Das heute erschienene Bulletin „WHO EpiBrief“ enthält eine epidemiologische Bewertung der Surveillance-Daten ausgewählter durch Impfung vermeidbarer Krankheiten in der Europäischen Region der WHO für das Jahr 2012. Danach ging die Zahl der in der Europäischen Region gemeldeten Masernfälle im Vergleich zu 2011 um über ein Drittel (oder 23 871 Fälle) zurück. Trotz Fortschritten in der Bekämpfung von Röteln in den meisten Ländern der Region führten Ausbrüche in Polen und Rumänien dazu, dass die Gesamtzahl der gemeldeten Rötelnfälle 2012 um mehr als 200% auf 29 361 anstieg (gegenüber 9461 im Jahr 2011).

Die heute in „WHO EpiData“ in Tabellenform veröffentlichten Daten für die ersten zwei Monate des Jahres 2013 deuten darauf hin, dass beide Krankheiten an mehreren Orten der Region noch kontinuierlich ausbrechen. Masernausbrüche wurden aus Aserbaidschan, Georgien, der Türkei und dem Vereinigten Königreich mit einer Gesamtfallzahl von über 3500 gemeldet. Im gleichen Zeitraum wurden vornehmlich aus Polen mehr als 4500 Rötelnfälle gemeldet.  Nach den anhaltenden Ausbrüchen werden für die kommenden Wochen noch weitere Fälle erwartet, doch werden die Zahlen unter denen aus den Vergleichszeiträumen 2011 und 2012 liegen.

Surveillance-Daten entscheidend für Impfprogramme

Surveillance-Daten über durch Impfung vermeidbare Krankheiten geben Entscheidungsträgern vor bzw. nach einer Impfkampagne entscheidende Einblicke in die aktuelle Krankheitslast, Gründe für die Kampagne und Hinweise auf ihre Wirksamkeit. Die Länder erheben Daten unter anderem zur Zahl der gemeldeten Fälle, zu Labortestergebnissen und zum Impfstatus von Patienten.

Länder der Europäischen Union und des Europäischen Wirtschaftsraums melden ihre Daten über TESSy (The European Surveillance System), das vom Europäischen Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten unterhalten wird. Alle übrigen Mitgliedstaaten in der Europäischen Region der WHO melden ihre Daten über CISID (centralized information system for infectious diseases) direkt an die WHO. 

Eliminierung von Masern und Röteln

Das WHO-Regionalkomitee für Europa hat für 2015 das Ziel der Eliminierung von Masern und Röteln aus der Europäischen Region vorgegeben. Neben dem Erreichen und Erhalten einer Durchimpfungsrate von 95% ist als eine wesentliche Voraussetzung hierfür die Stärkung der Surveillance-Systeme erkannt worden.

„WHO EpiData“ und „WHO EpiBrief“

Das Regionalbüro veröffentlicht Surveillance-Daten über durch Impfung vermeidbare Krankheiten, wie von den Länder gemeldet, in monatlich erscheinenden Übersichtstafeln „WHO EpiData“, die in der Regel Masern, Röteln, invasive bakterielle Erkrankungen und akute schlaffe Lähmung (AFP) umfassen. Übersichten und Analysen dieser Daten erscheinen regelmäßig für ausgewählte Zeiträume im „WHO EpiBrief“ (früher Epidemiologisches Bulletin der WHO).

Abonnieren Sie „WHO EpiBrief“

„WHO EpiBrief“ wird per E-Mail verschickt und auch auf der Website des Regionalbüros veröffentlicht. Schreiben Sie an vaccine@euro.who.int, wenn Sie in den Verteiler aufgenommen werden möchten.