Impfungen schützen die Gesundheit in jedem Alter

WHO/M. Bring

Vom 24. bis 30. April 2017 begeht die Europäische Region der WHO wie jedes Jahr die Europäische Impfwoche, um auf die Bedeutung von Impfungen für die Gesundheit und das Wohlbefinden der Menschen aufmerksam zu machen. In diesem Jahr wollen sich die Akteure der Kampagne in den beteiligten Ländern unter dem Motto #VaccinesWork auf den Sinn und Zweck von Impfungen in jeder Lebensphase konzentrieren.

Die WHO-Regionaldirektorin für Europa, Dr. Zsuzsanna Jakab wird am 27. und 28. April Rumänien einen Besuch abstatten, um den Einsatz des Landes gegen einen großen Masernausbruch von prominenter Seite mit Nachdruck zu unterstützen. Die zentralen Botschaften der Impfwoche werden in der gesamten Region durch eine Kampagne aus Interviews, Blogtexten, Podiumsdiskussionen, Pressemitteilungen, Fernsehbeiträgen, wissenschaftlichen Konferenzen und weiteren Aktivitäten unter starker Beteiligung der Impfexperten der WHO und ihrer Partner verbreitet.

Die Europäische Impfwoche findet jedes Jahr im April in Zusammenarbeit mit anderen Regionen und dem Hauptbüro der WHO im Rahmen der Weltimpfwoche statt. In der Europäischen Region wird die WHO gemeinsam mit Partnern wie dem Europäischen Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC), dem Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF), der Initiative gegen Masern und Röteln (M&RI) und der Weltweiten Initiative zur Ausrottung der Kinderlähmung die Aufklärung von Öffentlichkeit und Entscheidungsträgern durch nationale Behörden und nichtstaatliche Organisationen unterstützen.

Impfungen sind fundamental für das Erreichen der Entwicklungsziele

Dem Europäischen Impfaktionsplan (EVAP) liegt die Vision einer Europäischen Region ohne impfpräventable Krankheiten zugrunde, in der alle Länder ihren Bürgern während des gesamten Lebensverlaufs einen chancengleichen Zugang zu hochwertigen, sicheren und bezahlbaren Impfstoffen und Impfmaßnahmen bieten. Der erweiterte Zugang zu Impfstoffen ist auch für die Verwirklichung einiger Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDG) von großer Bedeutung. Als Baustein einer starken primären und allgemeinen Gesundheitsversorgung ist er auch von fundamentaler Bedeutung in Bezug auf SDG Zielvorgabe 3.8 („Die allgemeine Gesundheitsversorgung, einschließlich ... Zugang zu sicheren, wirksamen, hochwertigen und bezahlbaren unentbehrlichen Arzneimitteln und Impfstoffen für alle erreichen“).  Impfschutz ist auch wichtig für das Erreichen anderer gesundheitlicher Prioritäten von der Bekämpfung der Virushepatitis bis zur Eindämmung antimikrobieller Resistenzen sowie die Beendigung der Armut, die Sicherung guter Bildung, die Gleichstellung der Geschlechter und die Förderung des Wirtschaftswachstums.

Zwar wurden bereits große Fortschritte erzielt, auch im Bemühen Masern und Röteln aus der Europäischen Region zu eliminieren, doch stehen wir weiter vor schweren Herausforderungen. Impflücken in der Europäischen Region haben zu vermeidbaren Krankheitsausbrüchen geführt und Menschen aller Altersgruppen in Mitleidenschaft gezogen.

Impfung während der Kindheit

Jedes Kind hat ein Recht auf Chancengleichheit für ein gesundes Leben und Impfung ist ein entscheidender erster Schritt dazu, es zu verwirklichen. Kinder im Alter von unter fünf Jahren unterliegen im Falle einer Erkrankung an einer durch Impfung vermeidbaren Krankheit einem besonders hohen Komplikationsrisiko, das sie schlimmstenfalls das Leben kosten kann. Die im Rahmen der nationalen Regelimpfungen verabreichten Impfstoffe bieten Kindern zum rechten Zeitpunkt den optimalen Schutz. Geimpfte Kinder übertragen Krankheiten nicht weiter und bilden so quasi einen Schutzwall um jüngere Geschwister, die noch zu jung für eine Impfung sind, Mitschüler, die aus Gesundheitsgründen nicht geimpft werden können, und sogar um nicht geimpfte Großeltern.

Impfung nach der Kindheit

Nicht nur Kinder, auch Jugendliche sollten sich impfen lassen, damit sie bis ins hohe Alter geschützt sind. So erfolgt die Impfung gegen das Humane Papillomavirus (HPV), die ein erster Schritt einer umfassenden Prävention und Bekämpfung von Gebärmutterhalskrebs ist, am besten vor dem ersten Geschlechtsverkehr.

Die Schutzwirkung einiger Impfstoffe lässt mit der Zeit nach, so dass im Erwachsenenalter Auffrischimpfungen gegen Diphtherie und Tetanus erforderlich werden, damit ein lebenslanger Schutz gewährleistet ist. Die Regelimpfpläne sind mit der Zeit erweitert worden, so dass manche der heutigen Erwachsenen in ihrer Kindheit noch nicht mit allen modernen Impfstoffen geschützt werden konnten. Den Impfschutz auf den aktuellen Stand zu bringen schützt nicht nur die betreffende Person, sondern auch Angehörige sowie Freundes- und Umgangskreis vor schweren und manchmal tödlichen Erkrankungen.

Gesundheitspersonal entscheidend für Überzeugungsarbeit

Gerade der Impfschutz von Gesundheitspersonal sollte vollständig sein, damit es den Nutzen glaubwürdig an Eltern und Betreuer vermitteln kann. Weil Gesundheitspersonal zudem selbst besonders ansteckungsgefährdet ist und Erkrankungen an Patienten weitergeben könnte, empfiehlt die WHO gerade diesem Personenkreis, den Impfschutz immer auf dem neuesten Stand zu halten. Die Einstellung des Gesundheitspersonals zu Impfungen hat auch großen Einfluss auf die Entscheidung der Patienten und Eltern.