Straßenverkehrsunfälle – für Kinder die größte Gefahr

Faith Kilford Vorting

Im Zentrum der Woche der Vereinten Nationen für die weltweite Straßenverkehrssicherheit, die vom 4. bis 10. Mai 2015 zum dritten Male stattfindet, stehen diesmal die Kinder als ein Bereich der Arbeit gegen steigende Verkehrstotenzahlen, durch die insgesamt im Rahmen der Aktionsdekade für Straßenverkehrssicherheit (2011–2020) fünf Millionen Menschenleben gerettet werden sollen. Im Laufe der Woche sollen die Bedrängnisse der Kinder auf den Straßen dieser Welt aufgezeigt, Maßnahmen zu ihrem Schutz veranlasst und sichere und nachhaltige Verkehrswesen als Punkt der Entwicklungsagenda nach 2015 gefördert werden. Die diesjährige Kampagne benutzt das Hashtag: #SaveKidsLives.

In der Europäischen Region ist das Leben von Kindern der Altersgruppe 5–17 Jahre durch nichts mehr gefährdet als durch Unfälle im Straßenverkehr. Kinder sterben in Ländern mit niedrigem bis mittlerem Volkseinkommen fast doppelt so häufig durch Verkehrsunfälle wie in Ländern mit hohem Volkseinkommen. In vielen Ländern gab es eine rapide Motorisierung ohne gebührende Rücksichtnahme auf die Bedürfnisse der Kinder. Kinder sind zu Fuß, mit dem Rad oder als Beifahrer auf einem Motorrad oder in einem Auto stark gefährdete Verkehrsteilnehmer. Im Einsatz gegen den erbarmungslosen täglichen Verlust von Menschenleben wirbt die Kampagne für zehn strategische Maßnahmen zur Erhöhung der Sicherheit der Kinder im Straßenverkehr:

  1. Geschwindigkeitskontrollen auf allen Straßen und Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h bei hohem Fußgängeranteil,
  2. weniger Alkohol am Steuer zum Schutz der Kinder,
  3. Helmnutzung für Radfahrer und Motorradfahrer als Schutz vor schweren Kopfverletzungen,
  4. Anschnallen der Kinder unter Verwendung altersgerechter Baby- und Kindersitze, Sitzerhöhungen und Gurte,
  5. bessere Sichtbarkeit durch Reflexstreifen, Stirnlampen für Rad- und Motorradfahrer, Schülerlotsen an Überwegen und ausreichende Straßenbeleuchtung,
  6. Verlangsamung des Verkehrs, räumliche Trennung verschiedener Verkehrsarten und Schaffung autofreier Zonen,
  7. Sicherheit für Passagiere und Fußgänger durch besseres Fahrzeugdesign, 
  8. Risikominderung durch gestaffelte Fahrerlaubnis für Anfänger,
  9. fachgerechte Versorgung verletzter Kinder durch pädiatrisch geschultes Personal und geeignete Ausrüstung,
  10. außerdem Beaufsichtigung der Kinder in Straßennähe.

Aktivitäten in der Europäischen Region für Kinder im Straßenverkehr 

In vielen Ländern der Region sind Veranstaltungen geplant und oft unterstützt die Zivilgesellschaft gemeinsam mit den Regierungen die globale Kampagne. Das Spektrum der Initiativen erstreckt sich von Pressekonferenzen, Radio- und Fernsehsendungen bis hin zu Preisausschreiben. Die WHO unterstützt direkt Initiativen in Albanien, Belarus, Kirgisistan, Litauen, Polen, der Republik Moldau, der Russischen Föderation, der Slowakei, der Tschechischen Republik, der Türkei und Usbekistan, doch auch in anderen Ländern, etwa Belgien, Bosnien-Herzegowina, Deutschland, Georgien, Luxemburg, Schweden und Zypern, finden Veranstaltungen statt.

Einige Beispiele der geplanten Aktivitäten:

  • In der Slowakei sollen die Erste-Hilfe-Kenntnisse der Fahrer getestet und die Sicherheitsvorkehrungen für Kinder im Auto überprüft werden. An Fahrer werden Erste-Hilfe-Materialien, Sicherheitshinweise und entsprechende Präsente verteilt. 
  • Das tschechische Verkehrsministerium wird in Regionen und Städten gemeinsam mit gemeinnützigen Organisationen, Schulen, Privatunternehmen und anderen Veranstaltungen organisieren, Methoden zur Erhöhung der Sicherheit im Straßenverkehr demonstrieren und entsprechende Aktivitäten initiieren. Prominente aus Kultur und Sport werden zur Unterstützung der Kampagne aufgefordert. 
  • Die Russische Föderation will Kinder als „junge Straßeninspekteure" einsetzen und so in Schulen und anderen Einrichtungen für Sicherheit im Straßenverkehr werben.
  • Litauen wird für Stadtverwaltungen einen Erfahrungsaustausch über bewährte Praktiken organisieren, an dem sich Verkehrs- und Innenministerium und weitere Akteure beteiligen.

#SaveKidsLives in den sozialen Medien

Eine Spielart der prominenten Selfies, die #Safies, werden in diesem Jahr in einigen Ländern in der Kampagne eingesetzt. Die Bürger werden aufgefordert, #SaveKidsLives-Banner zu drucken und sich vor diesen zu fotografieren, während sie sich für sicheres Verhalten im Straßenverkehr einsetzen, etwa durch das Tragen von Helmen, Gurten oder die Anwendung von Kindersitzen, durch das Nutzen von Zebrastreifen und Bürgersteigen oder das Tragen reflektierender Kleidung. In Polen werden Fotos in Echtzeit als  #Safies verbreitet.