Halbierung der Zahl der Straßenverkehrstoten macht verstärkte Anstrengungen erforderlich

Die Publikation „Fakten aus der Europäischen Region und der Globale Lagebericht zur Straßenverkehrssicherheit (2015)" wurde auf der Zweiten Weltkonferenz auf hoher Ebene über Straßenverkehrssicherheit: Zeit für Ergebnisse veröffentlicht, die am 18. und 19. November in Brasilia stattfand. Auf der Tagung wollten Delegierte aus über 100 Ländern Wege zur Halbierung der Zahl der Straßenverkehrstoten bis zum Ende der Dekade vereinbaren – ein wesentlicher Meilenstein innerhalb der neuen Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDG 3.6). Ihre Schlussfolgerungen sind in der Erklärung von Brasilia über Straßenverkehrssicherheit festgehalten.

Fortschritte bei der Senkung der Zahl der Straßenverkehrstoten in der Europäischen Region

Aus der Publikation geht hervor, dass es 2013 in der Europäischen Region der WHO knapp 85 000 straßenverkehrsbedingte Todesfälle gab; das waren 8,1% weniger als im Jahr 2010. Das Sterberisiko aufgrund von Straßenverkehrsunfällen ist in der Europäischen Region der WHO insgesamt weit niedriger als in anderen Regionen der Welt. Seit 2010 konnten große Fortschritte erzielt werden: Insgesamt meldeten 40 Länder (von den 53 Mitgliedstaaten) einen Rückgang der Zahl der Straßenverkehrstoten. Doch die globale Zielvorgabe einer Halbierung der Zahl der Straßenverkehrstoten bis 2020 wird nicht zu erreichen sein, wenn nicht die Europäische Region ihre Anstrengungen auf diesem Gebiet deutlich verstärkt.

Straßenverkehrsunfälle sind in der Altersgruppe der 5- bis 29-Jährigen die häufigste Todesursache. Das Sterberisiko ist innerhalb der Europäischen Region ungleich verteilt, und die höchste Rate ist neunmal so hoch wie in dem Land mit der niedrigsten Rate. Bei vier von zehn Todesfällen im Straßenverkehr (39%) sind die Betroffenen Fußgänger, Radfahrer oder Motorradfahrer.

Die wichtigsten Strategien zur Senkung der Zahl der Verkehrstoten

In dem „Globalen Lagebericht zur Straßenverkehrssicherheit (2015)" und den ihn begleitenden „Fakten aus der Europäischen Region (2015)" werden viele der Strategien erläutert, mit denen die Länder die Zahl der Todesfälle aufgrund von Straßenverkehrsunfällen reduzieren können. Einige davon sind nachstehend aufgeführt:

  • Verbesserung der Gesetze und ihrer Durchsetzung, um riskante Verhaltensweisen wie Rasen, Fahren unter Alkoholeinfluss und den Verstoß gegen Vorschriften für den Gebrauch von Sitzgurten, Motorradhelmen und Kindersitzvorrichtungen zu minimieren. 
  • Sichere Straßen durch Veränderung der Infrastruktur (z. B. Gehsteige) und Einführung von getrennten Spuren für Radfahrer und Motorradfahrer gegenüber Kraftfahrzeugen.
  • Förderung von körperlich aktiven, nachhaltigen Fortbewegungsarten wie Radfahren, Zufußgehen und öffentlichen Verkehrsmitteln zugunsten von Gesundheit und Umwelt.
  • Gewährleistung, dass Fahrzeuge mit lebensrettenden Vorrichtungen wie Sitzgurten, Airbags und Fahrdynamikregelung ausgestattet sind. 
  • Ausbau des Systems der Traumaversorgung für die Opfer von Straßenverkehrsunfällen.