Vierte Woche der Vereinten Nationen für die weltweite Straßenverkehrssicherheit – #SlowDown to save lives

WHO

Raser verursachen in Länder mit hohem Volkseinkommen rund ein Drittel aller tödlichen Verkehrsunfälle und in den übrigen Ländern rund die Hälfte. 2013 starben im Straßenverkehr in der Europäischen Region der WHO knapp 85 000 Menschen, von denen 39% zu den besonders verwundbaren Verkehrsteilnehmern zählten (Fußgänger, Radfahrer, Motorradfahrer). Straßenverkehrsunfälle sind in der Altersgruppe 5 bis 29 Jahre die häufigste Todesursache. Die Woche der Vereinten Nationen für die weltweite Straßenverkehrssicherheit vom 8. bis 14. Mai 2017 soll mehr Verständnis für Gefahren durch zu hohe Geschwindigkeit schaffen, Maßnahmen dagegen anregen und so Menschenleben retten. Über die Hälfte der Länder in der Region beteiligen sich an der Initiative.

„Unfälle im Straßenverkehr sind oft vermeidbar und schon eine Verringerung der Durchschnittsgeschwindigkeit um 5% würde einen Rückgang der tödlichen Unfälle um 30% bedeuten und somit viele Menschenleben retten,“ sagt hierzu Regionaldirektorin für Europa Dr. Zsuzsanna Jakab. „Alles Ressorts müssen auf nationaler und kommunaler Ebene zusammenarbeiten, damit die Geschwindigkeiten kontrolliert und die Straßen sicherer werden.“

Die Region hat hinsichtlich der Sicherheit im Straßenverkehr Fortschritte erzielt und die Zahl der tödlich verlaufenden Unfälle ist zurückgegangen. Doch trotz eines Gesamtrückgangs um 8,1% zwischen 2010 und 2013, nahm die Zahl der tödlichen Unfälle in manchen Ländern der Region sogar noch zu. Ein Datenvergleich zeigt, dass ein tödlicher Verkehrsunfall im gefährlichsten Land neunmal wahrscheinlicher ist als im sichersten Land.

Strategien gegen Raser wirken, doch größere politische Anstrengung ist erforderlich

Für alle 53 Länder der Region wurden Verkehrssicherheitsprofile erstellt. Sie beruhen in erster Linie auf dem Globalen Lagebericht zur Straßenverkehrssicherheit (2015), für den die Fortschritte hinsichtlich der Ziele aus der Aktionsdekade für Straßenverkehrssicherheit (2011–2020) untersucht wurden. In ihnen enthalten sind neben der Zahl der Straßenverkehrstoten die wichtigsten Indikatoren für eine Bewertung der nationalen Regeln für Straßenverkehrssicherheit. Die Daten zeigen, wie erfolgreich die Länder ihre Regeln für die Straßenverkehrs- und Fahrzeugsicherheit verbessern und nach Unfällen Hilfe leisten. Die Profile erläutern zudem Rechtsvorschriften und ihre Durchsetzung in der Praxis für eine Verhaltensänderung der Verkehrsteilnehmer hinsichtlich zentraler Risikofaktoren wie z. B. Geschwindigkeitsregulierung nach Straßentyp, Promillegrenzen, Gurtpflicht, Helmpflicht, Babysitze. Ferner enthalten sie eine Bewertung der Durchsetzung von Verkehrsvorschriften sowie Informationen über gesetzliche Regelungen zum Gebrauch von Handys am Steuer.

Größere politische Anstrengungen sind aber noch erforderlich, damit alle Verkehrsteilnehmer durch ein Straßennetz geschützt werden, das den Menschen im Mittelpunkt hat. Praktiker und Politiker können die Länderprofile dazu nutzen, Fortschritte zu bewerten und Maßnahmen zu beschleunigen, damit das Dekadenziel einer Halbierung der Zahl der Verkehrstoten bis 2020 sowie Zielvorgabe 3.6 der Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDG) erreicht werden. Dies unterstützt auch die Arbeit für Zielvorgabe 11.2 der SDG hinsichtlich eines nachhaltigen Verkehrswesens. Die Länder haben die Zahl der Straßenverkehrstoten erfolgreich verringert, weil sie Sicherheit vor Geschwindigkeit gesetzt haben. Bewährte Strategien gegen das Rasertum sind u. a.:

  • Straßen mit Verkehrsberuhigung anlegen oder bestehende Straßen umwandeln
  • Geschwindigkeitsbegrenzungen nach Funktion der Straße einführen
  • Geschwindigkeitsbegrenzungen durchsetzen
  • bei überhöhter Geschwindigkeit automatisch im Fahrzeug warnen und drosseln
  • Bewusstsein über die Gefahren des Rasertums schaffen.