Der Welttag der humanitären Hilfe feiert Menschen, die anderen helfen

WHO

Mobile psychologische Betreuungszentren helfen den Menschen, die von dem Konflikt in Kirgisistan betroffen sind. Foto: WHO

Die WHO hilft den Mitgliedstaaten, ihr Krisenmanagement zu stärken

Medizinische Fachkräfte versorgen die Bevölkerung täglich mit lebenswichtigen Gesundheitsleistungen. Bei humanitären Krisen und Katastrophen  sind ihre Dienste umso mehr gefragt: Behandlung von Verletzungen, Krankheitsprävention und Leistung von dringender gesundheitlicher Hilfe für die ärmsten und anfälligsten Menschen.

Das Regionalbüro arbeitet mit den Mitgliedstaaten zusammen, um die Notfallvorsorge in den nationalen Gesundheitssystemen zu stärken. Eine der Prioritäten der WHO besteht darin sicherzustellen, dass das Gesundheitspersonal adäquat ausgebildet und auch im Hinblick auf die Ausbildung  lokaler Kräfte für das Notfallmanagement kompetent ist. Wenn Gesundheitseinrichtungen in Krisensituationen nicht mehr arbeitsfähig sind, kann dies die humanitären Folgen in den betroffenen  Gebieten noch weiter verschärfen.

Dieses Jahr haben die WHO und ihre Partner auf dem Welttag der humanitären Hilfe den Leitfaden mit dem Titel Psychological first aid: guide for field workers [dt.: Psychologische Erste Hilfe: Leitfaden für Mitarbeiter  vor Ort] veröffentlicht. Darin wird erklärt, wie man Menschen in der unmittelbaren Folgezeit extrem belastender Ereignissen grundlegende Unterstützung gewähren kann.

Die Unterstützung des Regionalbüros nach dem Konflikt in Kirgisistan

Als führende Organisation im Themenbereich Gesundheit und Mitglied des Ständigen interinstitutionellen Ausschusses koordiniert die WHO die humanitäre Hilfe im Gesundheitsbereich in Ländern, die von Katastrophen und Konflikten betroffen sind. Die jüngsten ethnischen Spannungen und der Konflikt in Kirgisistan haben erneut  verdeutlicht, wie wichtig es ist, Ressourcen zu mobilisieren, um das Gesundheitssystem schnell wieder handlungsfähig zu machen. Mit Unterstützung der Partnerorganisationen und Spender im Gesundheitsbereich konnte die WHO den Gesundheitsbehörden vor Ort helfen, unentbehrliche medizinische Hilfsgüter zu mobilisieren, und durch die Einrichtung mobiler Teams in den krisengeschüttelten Gebieten im südlichen Teil des Landes notwendige Gesundheitsleistungen erbringen.

Zurzeit koordiniert die WHO ein von der Russischen Föderation finanziertes Projekt in Südkirgisistan, das Konfliktbetroffenen psychologische Untersuchungen, Beratungen und Therapien anbietet. Bis jetzt konnten drei mobile Teams und zwei psychosoziale Einrichtungen seit ihrer Einsetzung Mitte April 2011 in Zusammenarbeit mit lokalen Nichtregierungsorganisationen in Osch bzw. in Dschalal-Abad Beratungsangebote für 6000 Menschen sowie die Behandlung von über 30 000 Personen bereitstellen.

Diese Dienste erwiesen sich auch als außerordentlich wertvoll, als zusätzlich zu den Problemen aufgrund des Konflikts am 22. Juli 2011 noch ein starkes Erdbeben das Gebiet in der Region um Batken erschütterte. In der unmittelbaren Folgezeit wurden zwei mobile Teams in die am stärksten betroffenen Dörfer und Städte entsandt, um psychologische Unterstützung und Beratung sowie Psychotherapie zu leisten und Medikamente zu verschreiben. Die Mitarbeiter der mobilen Teams gaben auch den örtlichen Gesundheitseinrichtungen Anweisungen für den Umgang mit Menschen, die aufgrund des Erdbebens unter psychischen Problemen leiden.

Im Oktober 2011 soll das Projekt erfolgreich abgeschlossen sein, und die WHO versucht zur Zeit, weitere potenzielle Unterstützer zu finden, um die Überprüfung und Unterstützung der Teams und der Zentren  weiterführen zu können und eine effektive Fortsetzung dieser dringend benötigten Dienste in der Region sicherzustellen.

Welttag der humanitären Hilfe

Der Welttag der humanitären Hilfe feiert Menschen, die anderen helfen. Jedes Jahr bedrohen Naturkatastrophen, Konflikte und andere Notsituationen das Leben und die Gesundheit von Millionen von Menschen. Inmitten solcher Krisen bemühen sich Tausende engagierte humanitäre Helfer darum, die Betroffenen zu versorgen und die Behörden vor Ort bei der Bereitstellung von Hilfe zu unterstützen.

Am Welttag der humanitären Hilfe, dem 19. August, heben die WHO und andere internationale Organe die Bedeutung der Arbeit der humanitären Helfer hervor und gedenken den humanitären Helfern, die während ihrer lebenswichtigen Arbeit getötet oder verletzt wurden.