Informationsblatt: Osten der Türkei von zweitem Erdbeben erschüttert

Am 9. November 2011 wurde die Provinz Van im Osten der Türkei von einem Erdbeben der Stärke 5,7 erschüttert. Diesem war am 23. Oktober 2011 ein Beben der Stärke 7,2 vorausgegangen, bei dem 601 Menschen getötet und 4152 verletzt wurden.

Nach vorläufigen Angaben des Krisenstabs des türkischen Ministerpräsidenten starben bei dem zweiten Erdbeben sieben Menschen, und 23 wurden verletzt. Such- und Rettungsteams mit schweren Geräten durchsuchen weiterhin die eingestürzten Gebäude.

Die türkischen Behörden setzen ihre Notmaßnahmen fort und koordinieren in vollem Umfang die Rettungsarbeiten.

Reaktion des Gesundheitswesens

Im Rahmen der Gesamtkoordination durch den Krisenstab des Ministerpräsidenten steuert das Koordinationszentrum für Katastrophen- und Krisensituationen (SAKOM) beim türkischen Gesundheitsministerium auch weiterhin die erforderlichen Maßnahmen im Gesundheitsbereich und entsendet ärztliche Such- und Rettungsteams sowie Krankenwagen in die Provinz Van.

Der Türkische Rote Halbmond hat vor Ort Zeltlager eingerichtet und Hilfslieferungen in die Wege geleitet.

Maßnahmen der WHO

Als Teil des Landesteams der Vereinten Nationen verfolgt das WHO-Länderbüro in der Türkei in enger Abstimmung mit dem Gesundheitsministerium die Entwicklung der Lage, auch mit Blick auf etwaige neue gesundheitliche Anforderungen, und bewertet auch die entstandenen Schäden.

Die psychosoziale Betreuung der Opfer der Katastrophe wurde zur Priorität vor Ort erklärt, und der Zentrale Fonds der Vereinten Nationen für die Reaktion auf Notsituationen (CERF) hat aufgrund der besonderen gesundheitlichen Bedürfnisse der Bevölkerung zusätzliche Mittel bereitgestellt.

In Abstimmung mit dem WHO-Hauptbüro hat das WHO-Regionalbüro für Europa durch seine Regionaldirektorin Zsuzsanna Jakab dem türkischen Gesundheitsministerium eine größtmögliche Unterstützung durch die Organisation angeboten, u. a. durch schnelle Bereitstellung von Notfall-Kits der WHO sowie ggf. die Entsendung von Experten. Die einschlägigen Experten der WHO sind in Bereitschaft.