Verbreitung und Anwendung des Indexes der WHO für Krankenhaussicherheit und der Prüfliste zur Notfallvorsorge in der Europäischen Region

WHO/Disaster Medicine Centre Republic of Moldova

In einem psychiatrischen Krankenhaus in der Republik Moldau werden die Wände mit Stahlträgern für mehr Erdbebenstabilität nachgerüstet. Foto: WHO/Zentrum für Katastrophenmedizin der Republik Moldau

Die WHO hat Instrumente wie den Index und die Prüfliste entwickelt, um den Gesundheitsbehörden dabei behilflich zu sein, die Fähigkeit der Krankenhäuser wie auch der Gesundheitssysteme zu erhöhen, sich auf Notfallsituationen vorzubereiten und während wie nach Katastrophenereignissen funktionsfähig zu bleiben.

Die Bewertungen mittels des Indexes für Krankenhaussicherheit wurden in neun Ländern der Europäischen Region der WHO vorgenommen. Zur Bewertung gehörten jeweils die Schulung nationaler Experten für die Ermittlung vorrangiger Krankenhäuser und die Bestimmung der wirksamsten Abhilfemaßnahmen für Krisensituationen.

Einige Länder (z. B. Republik Moldau) haben die Anwendung des Indexes für die Krankenhaussicherheit zum festen Bestandteil ihrer Verfahren zur Akkreditierung von Krankenhäusern gemacht, andere (z. B. Georgien) ziehen ihn bei der Planung neuer Krankenhäuser heran. In Tadschikistan wurden die zusammen mit dem Gesundheitsministerium ausgearbeiteten Empfehlungen für strukturelle und andere Verbesserungen dazu benutzt, Spendengelder für vorrangige Abhilfemaßnahmen und die Nachrüstung anfälliger Einrichtungen einzuwerben. In Polen und der Ukraine wurden Notfallpläne für Krankenhäuser entwickelt, aktualisiert und durch Übungen erprobt bzw. durch Schulungen für Gesundheitsfachkräfte zum Thema Notfallmanagement ergänzt.

Bisher wurden in über 140 Krankenhäusern Leistungsbewertungen durchgeführt. Zu einem Erfahrungsaustausch zwischen den Ländern kam es auf einer internationalen Fachtagung im März 2012 in Istanbul; darüber hinaus fand auch eine Reihe von Tagungen auf nationaler und regionaler Ebene statt.
Die von der WHO entwickelten Instrumente ermöglichen es, die Schwachstellen von Krankenhäusern zu bestimmen, für kostengünstige, aber wirksame Abhilfemaßnahmen zu werben und Maßnahmen zur Notfallvorsorge zu fördern, durch die die Funktionsfähigkeit von Krankenhäusern in allen Notlagen gewährleistet ist.

Der 13. Oktober 2012 ist der Internationale Tag der Katastrophenvorsorge.

Funktionsfähigkeit der Gesundheitsversorgung in Notlagen und Krisensituationen

Die Funktionsfähigkeit der Gesundheitsversorgung muss auch während und nach Krisen und Katastrophen erhalten bleiben, da sie dann am meisten benötigt wird. Die Sicherheit und Krisenfestigkeit von Krankenhäusern und Gesundheitseinrichtungen ist ein vorrangiges Anliegen, um die Widerstandsfähigkeit der Bevölkerung zu erhalten und die Gesundheit anfälliger Gruppen zu schützen. Anfällige Gruppen, insbesondere Frauen und Mädchen, sind oftmals am stärksten von Katastrophen betroffen.

Wenn Krankenhäuser nicht mehr funktionieren, fehlt die dringend erforderliche Gesundheitsversorgung für die Bevölkerung, ja sogar die grundlegende Notversorgung. Um Krankenhäuser vor natürlichen und durch den Menschen verursachten Gefahren zu schützen, ist weit mehr notwendig als nur der Schutz von Gebäuden und baulichen Strukturen. Vielmehr gilt es auch, die Bereitschaft des Gesundheitspersonals zu gewährleisten bzw. zu wahren und die Versorgungswege zu erhalten, um die Einrichtungen in Betrieb halten zu können.