WHO bittet um Spenden in Höhe von 14 Mio. US-$ zur Ausweitung ihrer Gesundheitsmaßnahmen in der Ukraine

Die WHO weitet ihre Gesundheitsmaßnahmen in der Ukraine aus, um den betroffenen Menschen in umkämpften Gebieten im Donbass (Donezk und Lugansk) und den durch Kämpfe vertriebenen Personen zu helfen. Am Welttag der humanitären Hilfe ruft die WHO die internationale Gemeinschaft zu Spendenzusagen in Höhe von 14 Mio. US-$ auf, damit etwas für die zunehmend gefährdete Gesundheit der Bevölkerung getan werden kann.

Aktuelle Gesundheitslage in der Ukraine

  • Bis zum 18. August waren fast 4 Mio. Menschen durch die Krise direkt in Mitleidenschaft gezogen worden, mehr als 2000 starben und mehr als 5000 wurden verwundet.
  • Laust Schätzungen mussten ca. 400 000 ihr Zuhause verlassen, doch wurden nur etwas über 140 000 Menschen offiziell als intern vertriebene Personen registriert.
  • In den umkämpften Gebieten verfügen 200 000 Menschen über keinen oder nur begrenzten Zugang zu Wasser und Strom.
  • 15 Krankenhäuser wurden beschädigt und 20 Gesundheitseinrichtungen mussten geschlossen werden.
  • In den umkämpften Gebieten haben fast 70% des Gesundheitspersonals ihren Arbeitsplatz verlassen.
  • Das Gesundheitssystem ist außerstande, den Bedürfnissen der Bevölkerung gerecht zu werden. Die Durchimpfungsraten sind auf einem historischen Tiefstand (auch für Poliomyelitis), HIV/Aids sowie arzneimittelresistente Tuberkulose weisen hohe Inzidenzraten auf und insgesamt ist die Krankheitslast sehr hoch.

Plan für Gesundheitsmaßnahmen

Der Plan für Gesundheitsmaßnahmen enthält vier Elemente: gezielte bedarfsgerechte humanitäre Nothilfe für die betroffenen Gebiete, schnelle Wiederherstellung der Gesundheitsdienste in befriedeten Gebieten, fachliche Unterstützung für die Gesundheitsbehörden und Beobachtung und Bewertung des Gesundheitswesens.
Fast 8 Mio. US-$ des Gesamtbetrags sind für erweiterte Maßnahmen der WHO in folgenden Bereichen vorgesehen:

  • Mobilisierung von Gesundheitspersonal
  • Bereitstellung von Notfall-Kits und logistische Unterstützung ihrer Auslieferung
  • Verstärkte Frühwarnung gegen Infektionskrankheiten
  • Aufbau mobiler Kliniken und Erste-Hilfe-Zentren mit Partnern
  • Unterstützung der Impfung intern vertriebener Kinder

Gesundheitszustand intern vertriebener Personen besonders besorgniserregend

Am 8. August beteiligte sich die WHO zur Unterstützung der ukrainischen Nothilfeeinrichtungen an einer Erkundungsmission mit Besuch von drei Aufnahmelagern der Bezirke Mariupol, Donezk und Zaporizha, an der auch das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF), das Amt des Hohen Flüchtlingskommissars der Vereinten Nationen (UNHCR) und das Amt für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (UNOCHA) teilnahmen.

Die Bedingungen in den Lagern variieren, doch ist Trinkwasser generell knapp und die sanitären Verhältnisse sind schlecht. Es wurden bereits Atemwegs- und Magen-Darm-Erkrankungen sowie Hautinfektionen gemeldet und es besteht ein gewisses Risiko, dass durch Impfung vermeidbare Krankheiten (wie auch Poliomyelitis) sich ausbreiten, weil viele Kinder nicht geimpft sind. Chronische Erkrankungen wie Asthma und Diabetes können nicht behandelt werden, die verteilten Lebensmittel besitzen einen geringen Nährwert und viele Menschen haben mit den psychischen Folgen ihrer Situation zu kämpfen.

Mit dem Eintreffen der kalten Jahreszeit werden sich die Lebensbedingungen für die intern vertriebenen Personen voraussichtlich verschlechtern.

Fortlaufende Maßnahmen der WHO

Die WHO koordiniert die Antwort des Gesundheitssektors und unterstützt das ukrainische Gesundheitsministerium seit Beginn der Unruhen im November 2013.

Die Unterstützung umfasst fachliche Beratung zu Gesundheitsthemen wie durch Impfung vermeidbare Krankheiten sowie die epidemiologische Überwachung der intern vertriebenen Personen und das Sammeln von Daten über gesundheitliche Bedürfnisse und Engpässe durch ein Netz einschlägiger Spezialisten.

Die jüngsten Entwicklungen – Ausweitung der Kämpfe, Anstieg der Zahlen Betroffener und intern vertriebener Personen sowie der Grenzübertritt vieler Menschen insbesondere in die Russische Föderation – machen eine Ausweitung der Bemühungen durch die WHO und ihre Partner erforderlich.