Medizinische Hilfsgüter der WHO erreichen Ukraine mit einem Hilfskonvoi der Vereinten Nationen

Mehrere Tonnen medizinischer Hilfsgüter der WHO haben vergangene Woche mit einem Hilfskonvoi der Vereinten Nationen die Stadt Donezk erreicht. Der Beitrag der WHO bestand aus medizinischen Produkten für die Bekämpfung von HIV und Tuberkulose sowie HIV-Tests und Medikamenten zur Behandlung von Infektionen bei Personen mit geschwächtem Immunsystem. Die medizinischen Kits ermöglichen die Behandlung von über 38 000 Menschen mit HIV/Aids und 5000 Tuberkulosepatienten in den Regionen Donezk und Luhansk.

Insgesamt wurden 62 Tonnen an humanitärer Hilfe nach Donezk geliefert, darunter auch grundlegende Hygieneartikel, warme Kleidung, Decken, Kondensmilchpulver und Trinkwasser. Die Lieferungen wurden von der WHO, dem Amt des Hohen Flüchtlingskommissars der Vereinten Nationen (UNHCR) und dem Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF) beschafft.

Enorme Belastung des Gesundheitswesens

„Gesundheitsversorgung und Gesundheitsdienste in den vom Konflikt betroffenen Gebieten der Ukraine sind einer ungeheuren Belastung ausgesetzt“, erklärt Dr. Dorit Nitzan Kaluski, WHO-Repräsentantin in der Ukraine.

Der Zugang zur Versorgung ist aufgrund der Zerstörung von Gesundheitseinrichtungen sowie finanzieller Probleme (ausbleibende Gehälter des Gesundheitspersonals, Unfähigkeit der Patienten zur Zahlung aus eigener Tasche) und eines schwerwiegenden Mangels an medizinischen Gütern extrem beeinträchtigt. Vertriebene, die an Tuberkulose leiden, bleiben unüberwacht, und HIV-infizierte Personen haben keinen Zugang zu Medikamenten. Darüber hinaus ist die Surveillance auf Krankheiten unzureichend, und neue Ausbrüche könnten katastrophale Folgen haben.

„Mit großzügiger Unterstützung durch die Europäische Kommission, den Globalen Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria und die Regierungen Estlands, Israels und Kanadas arbeitet die WHO zusammen mit ihren Partnern in der Schwerpunktgruppe Gesundheit darauf hin, diese vielen Lücken auszufüllen und den Menschen, die Zugang zu Gesundheitsleistungen, Impfungen und anderen Angeboten in den Bereichen Notfallhilfe und öffentliche Gesundheit benötigen, eine Rettungsleine zuzuwerfen“, fügt Dr. Nitzan Kaluski hinzu.

Unter den geschätzt fünf Millionen von der Krise in der Ukraine betroffenen Zivilisten sind die in den Kampfgebieten lebenden Menschen am meisten gefährdet, da sie nur begrenzt Zugang zu humanitärer Hilfe haben. Der interinstitutionelle Hilfskonvoi ist nur eine aus einer Vielzahl von Initiativen der Vereinten Nationen und ihrer Partner in der humanitären Hilfe zugunsten der bedürftigen Bevölkerung vor Ort.

Ebenso wie die in der Ukraine tätigen humanitären Organisationen sind auch UNHCR, UNICEF und WHO besorgt über das Fehlen eines sicheren Zugangs für die humanitäre Hilfe zugunsten von durch den Konflikt betroffenen Kindern und Familien im gesamten Land. Seit März 2014 sind über eine Million Menschen innerhalb der Ukraine zu Binnenvertriebenen geworden, darunter über 134 000 Kinder.